Die Cairn-Forschungsgesellschaft

Wir sind kein Verein im herkömmlichen Sinn, also nicht im Vereinsregister eingetragen. Die Gesellschaft versteht sich als informeller, durch das gemeinsame Interesse verbundener Kreis von Privatforschern, die ihr Wissen, hauptsächlich über das Internet, austauschen, ihre Entdeckungen dem Initiator Walter Haug (walha1a@aol.de) melden und die Bekanntheit der Entdeckungen mit den Möglichkeiten, die ihnen gegeben sind, u. a. auch durch eigene Homepages, bestmöglich verbreiten.



Die archäologische Grabungen und geomagnetischen bzw. -elektrischen Messungen wurden an verschiedenen Stätten im östlichen Kraichgau (Sternenfels, Kürnbach, Oberderdingen, Maulbronn-Schmie) durchgeführt, dankenswerterweise genehmigt oder geduldet von den Landesdenkmalämtern, den Forstämtern und Naturschutzbehörden.

Die Pionierarbeit leistete der Entdecker K. Walter Haug, welcher den Großteil der Grabungskampagnen an der Zwerchhälde Sternenfels, der Sommerhälde Kürnbach, der Sommerhälde Oberderdingen und die Erkundungen und Dokumentationen an den meisten der Cairns durchführte, die in der Cairn-Liste aufgeführt sind.

Der Entdecker auf einem Stapel Felsplatten am Fuß eines der Cairns der Marsberg-Nekropole



Es besteht ein immenser Forschungsbedarf, der naturgemäß wegen beschränkter personeller und finanzieller Möglichkeiten der Privatforscher derzeit nicht erfüllt werden kann. Doch fanden sich von Anfang an Freiwillige, die von der Idee fasziniert waren und die Grabungen bestmöglich unterstützten, u. a. auch der ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesdenkmalamts Gert Helbig, Heidelsheim, der 1992 eine Tiefengrabung am Cairn Zwerchhälde bei Sternenfels organisierte.

Der Verein Celtica VIPS e. V., der 2001 den Gang Kössler I freilegte und 2003 die Grabung am Felsgang Kössler II der Sommerhälde Kürnbach durchführte.

Das Grabungsteam, erschöpft aber guter Laune



 

Die IG Pyramide Sternenfels mit derzeit 84 Mitgliedern, welche im August 2011 erstmals eine  umfassende Baggergrabung an der Zwerchhälde von Sternenfels zur Freilegung der Umfassungsmauer durchführen konnte - hier im Bild die aktiven Mitglieder im Grabungsgeläde. 

 

Das Geophysikalische Institut der Universität Karlsruhe in Person des Geophysikers Philip Heidinger. Sein Vater  Karl Heidinger ließ sich anlässlich eines Vortrags von den Entdeckungen überzeugen und vermittelte uns den Kontakt zu seinem Sohn. Ihm und seinen Helfern von der Fachschaft, die von 2004 bis 2006 in aufopferungsvoller Samstag-, Sonntag- und Feierabendarbeit geoelektrische Messungen an den Cairns im östlichen Kraichgau durchführten und mehrere Hohlräume detektieren konnten, insbesondere an der Zwerchhälde von Sternenfels, die daraufhin in den Fokus der Forschungsbemühungen geriet, gebührt unser tief empfundener Dank.

Das Vermessungsteam auf der Zwerchhälde von Sternenfels,

Vater Heidinger und Philipp Heidinger im Vordergrund.



 

Förderer des Forschungsprojekts

Ihren Beitrag zur Cairn-Forschung in Deutschland haben u. a. geleistet:



Der bekannte Megalithkenner und Buchautor Uwe Topper, ein treuer Sympathisant unserer Initiative, der einen der größten Cairns der Welt, den Bärenstein bei den Externsteinen von Horn, erkannte. Er zeigte die Verbindung zu Italien auf, wo ein pyramidenförmig gestufter Berg in der Lombardei ins Blickfeld der Öffentlichkeit kam, der niemals als Weinberg benutzt wurde. Auch in Griechenland und Kroatien sind Pyramiden erkannt worden.

Uwe Topper vor dem Portal Geise I auf dem Marsberg bei Würzburg.



 

Der Publizist Gernot Geise, der die ersten zwei gut begehbare Megalithgänge in den Cairns der Marsberg-Nekropole entdeckte und in seiner Zeitschrift Efodon veröffentlichte.

Gernot Geise vor dem nach ihm benannten Portal, gleich nach der Entdeckung und Besichtigung des Ganggrabs.



 

Der Ingenieur Andreas Heimbs, Linz/Österreich, der in der Marsberg-Nekropole bei Würzburg den dritten Megalithgang entdeckt und mit Fotos und Vermessungsplänen dokumentiert hat.

Er machte uns auch auf die Steinpyramide im Waldviertel (Niederösterreich) aufmerksam, die schon in den 30er Jahren restauriert wurde und offensichtlich ein gestufter runder Cairn ist.

Ebenfalls um Cairns muss es sich lt. Heimbs bei den Schanzen genannten Strukturen auf dem Kürnberg bei Linz in Österreich oberhalb der Donau handeln. Diese befinden sich direkt hinter dem Tor einer bronzezeitlichen Festungsanlage und lassen sich daher aus dem Kontext heraus exakt datieren.

Andreas Heimbs vor seinem von ihm entdeckten Ganggrab auf dem Marsberg.



 

Volker Dübbers, Bruchsal, Gründungsmitglied des Vereins Celtica, der zwei verschüttete Gangportale in der Megalith-Nekropole von Maulbronn-Schmie fand und freilegte, sowie zu weiteren Entdeckungen von Grabgängen verhalf. Ambitionierter Forscher und zuverlässiger Unterstützer des Cairn-Froschungsprojekts seit 1999.

Volker Dübbers vor einem Cairn  im Weißen Steinbruch bei Eibensbach.



 

Jürgen Karst, der den Hinweis auf die große, teils schon überbaute, teils als Mülldeponie zweckentfremdete Nekropole im Judenbusch/Dachsbau am Ortsrand von Karlsruhe-Durlach gab. Ihm verdankt der Entdecker eine Menge Hinweise und Anregungen, vor allem aber die Initiative zu einer Exkursion nach Sternenfels, mit der die ganzen Entdeckungen 1989 begannen.

 

Lothar Wittig, Unternehmer und Organisator der IG Pyramide Sternenfels, mit deren Gründung es gelang, den Gemeinderat von Sternenfels von einer Grabungsgenehmigung an der Zwerchhälde 2011 zu überzeugen. Engagierter Förderer und Grabungsaktivist der Cairn-Forschung, der mit seiner ganzen Familie hinter der Idee steht.

 

Jochen Herzog, Philippsburg, entdeckte Cairns mit Megalithgängen in Dolmenbauweise auf Berghängen, die als "Wengerthäusle" in Weinbergen oder Unterstände in Hanggärten missverstanden werden und lenkte den Forscherblick damit erstmals auf eine Vielzahl potentieller Funde von Megalithmonumenten in ganz Süddeutschland, die außerhalb von "Steinbrüchen" liegen. Lochsteine, Erdställe und Felszeichnungen an Sandsteinformationen der Pfalz gehören ebenfalls zu seinem weiten Forschungsgebiet.

Jochen Herzog im Kadavercairn von Kürnbach.



 

Falk Welker, Sternenfels, unermüdlicher Aktivist der IG Pyramide Sternenfels, Entdecker des nach ihm benannten Welker-Gangs im sogenannten Eckbau der Zwerchhälde, ein im Vergleich zur Hauptpyramide relativ kleines Bauwerk unbestimmter Funktion, dessen genaue Untersuchung noch aussteht. Machte uns auf eine der größten Cairn-Felsnekropolen Deutschlands aufmerksam, derzeit die zweitgrößte in ganz Deutschland, die sich auf dem Heuchelberg über der Gemeinde Kleingartach erhebt. Kommerzielle Steinbruchaktivitäten sind uns von dieser Lokation nicht bekannt, dennoch sind fast alle Grabkammern aus den ungezählten Cairnhügeln herausgerissen.  Weitere Hinweise von ihm: eine ebenfalls großflächige Cairn-Felsnekropole am Rand der Sternenfelser Hochebene im Hagenrain beim Schützenhaus, rätselhafte gemauerte Strukturen an einem Zufluss der Kraich unterhalb des Sternenfelser Burgstalls, ein großer gestufter Cairn auf einem Berghang nahe der Gemeinde Pfaffenhofen. 

Falk Welker bei der Grabung an der Zwerchhälde Sternenfels im Sommer 2011.

 

Marc Laboranowitsch, Entdecker, der nach ihm benannten Laboranowitsch-Treppe im Eckbau der Zwerchhälde. Lenkt die Aufmerksamkeit auf Grabanlagen der sogenannten Römerzeit, eigentlich die gallo-römische oder keltisch-römische Zeit, insbesondere auf den Steinernen Tisch bei Schwaigern, der im Kontext mit einem nahen, wohl kelto-römischen Quellheiligtum und einer kelto-römischen Villa rustica steht und eindeutig einen Dolmen megalithkultureller Prägung darstellt.  

 

Andreas Ferch, Bruchköbel, der uns auf die große Nekropole mit zwei Felsgängen in Pforzheim am Enzufer nahe des Krankenhauses aufmerksam machte. Mitentdecker der großen Marsberg-Nekropole bei Würzburg-Randersacker.

Anfreas Ferch in der Marsberg-Nekropole, zusammen mit Liese Knorr von Efodon e. V.



 

Der Megalith-Forscher und Sachbuchautor Holger Kalweit, Lenzkirch, der gewaltige Monumente und Kultanlagen im Schwarzwald rund um den Schluchsee und Feldberg entdeckte.

Holger Kalweit, rechts im Bild, vor einer dreistufigen Hangpyramide nahe des Schluchsees.



Der Felsskulptur-Forscher Thomas Weidinger, Herrenberg, dem die Entdeckung der Megalith-Nekropole auf der Neuhauser Wand bei Filderstadt und des Märchensee-Cairns bei Wendelsheim/Tübingen zu verdanken ist.

Thomas Weidinger am Fuß des Pfaffenbergs, auf dem der Märchensee-Cairn liegt.







Dr. Christoph Pfister, Fribourg/Schweiz entdeckte Felsportale, die bislang als Steinbrüche missverstanden wurden und Zugang zu mindestens einem Felsgang (Teufelsküche bei Bolligen/Bern) ermöglichen.



Helmut Ruf, Offenburg, der die Heidburg im Schwarzwald bei Haslach als einen imposanten Felstempel mit Kultbrunnen und zwei großen Cairns erkannte,



Die europäischen Dimensionen der neuentdeckten und noch nicht anerkannten Monumente verdeutlichen Fundmeldungen von Paul Rohkst, Ur-Europa und Herr Wilfried Augustin. Diese gaben uns den Hinweis auf den Tuiflslammer, eine pyramidenförmige „Geröllhalde“ bei Kaltern/Caldaro in Südtirol, welche geordnete Steinmauern und Abgrenzungen aufweist.

Dr. Christine Pellech, Wien kennt weitere steinerne Monumente im Bereich der österreichischen Donau.

Die promovierte Archäologin Dr. Christine Linger von der Forschungsgesellschaft Hamburger Forum e. V. ermöglichte uns Lichtbild-Vorträge über die Entdeckungen. Diese finden seit 1992 statt und können, gegen Kostenerstattung durch die Organisatoren, jederzeit und überall gehalten werden.



Zu unseren Förderern gehören weitere Forschungsvereine, namentlich Ur-Europa und der Forschungskreis Externsteine e. V., die eine Erforschung des Bärenstein favorisieren. Hier zeichnen sich die Konturen eines zukünftigen Grabungsprojekts ab.

Wolfgang Keller, der Vorsitzende des traditionsreichen Zabergäu-Vereins, der uns auf die „Pulverkammer“ im Weißen Steinbruch bei Eibensbach aufmerksam machte, ein langer Megalithgang, dessen Ende in Form einer abknickenden Kammer noch intakt ist,



Unser Dank gebührt, last but not least, den Bürgermeistern der Gemeinden von Sternenfels Herr Wagner, Oberderdingen Herr Breitinger, Sulzfeld Herr Horn und  Kürnbach Herr Hauser, sowie dem Regierungspräsidium Karlsruhe, welche die Herausgabe der archäologischen Dokumentation finanziell unterstützt haben.



Hier kann sich jeder mit Engagement und Begeisterungsfähigkeit einbringen. Weitere Grabungen können projektiert werden. Grabungsgenehmigungen bzw. -duldungen waren jedoch bis jetzt erst nach 3-6 Monaten erhältlich.

Wir können die Unterstützung von Sponsoren sehr gut gebrauchen. Die uneigennützige Forschungsarbeit ist, gerade wegen der negativen Haltung staatlicher Kulturbürokraten, als unerschrockene Privatinitiative wider die staatliche Ignoranz sehr prestigeträchtig und für Corporate Image Campagnes gut verwendbar.

Jeder ist jederzeit herzlich eingeladen, sich dem Forscherkreis anzuschließen und mitzuarbeiten.



Forschungen, die jeder in seiner Region durchführen kann

Vielleicht sind Ihnen auf Ihren Wanderungen bereits diese alten Steinbrüche aufgefallen, vielleicht haben Sie von Bekannten davon erfahren. Interessant werden sie dann, wenn sich darin Abraumhalden feststellen lassen, die ungewöhnlich groß sind und ganz dicht nebeneinander liegen.

Viele der Monumente konnte der Entdecker allein durch Kartenstudium finden, insbesondere die vier größten Nekropolen. Da sie z. T. schon im 19. Jh. vermessen und in die topografischen Karten eingetragen wurden, sind sie auf Karten des Maßstabs 1 : 25.000 gut erkennbar.

Die Lokalitäten erinnern oft an Ruinenstätten im südamerikanischen Regenwald, so dicht bewachsen und unzugänglich begegnen sie manchmal dem Besucher.



Zuletzt geändert: 23.11.2009, 15:38:06