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Gemeißelte Felswände und ihre Beurteilung | |
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Die Steinbrüche unseres Forschungsprojekts scheinen unseres Erachtens sehr alt zu sein. Sie zeigen auf großen Flächen die Spuren eng gesetzter Meißelhiebe; manche meinen auch, es wären die Spuren des Zweispitz, des Schrothammers. Besonders großflächig findet man sie an den Felswänden der Zwerchhälde von Sternenfels (Bild 1+2) oder der Steingrube von Schmie-Maulbronn (Bild 3+4). | |
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Die Felswand der Zwerchhälde von Sternenfels war ursprünglich über die ganze Breite und ¾ der Höhe durchgehend gemeißelt. Durch Erosion fielen große Teile herab. Das Erstaunliche: Oben hängt die Felswand stellenweise über. Beim stufenweisen Abbau kann ein derartiges Phänomen niemals entstehen. Im Alten Ägypten hingegen beherrschte man diese Kunst (Gallerie-steinbrüche). |
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Irgendjemand fand es besonders witzig, der Felswand eine leicht konkave Wölbung zu geben. Ein normaler Steinbrucharbeiter kann das nicht gewesen sein. Welcher Chef hätte ihm soviel Muse zugestanden, sich über Tage und Wochen hin derart zu verkünsteln? |
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In der Steingrube von Schmie finden wir meist völlig glatte Felsflächen. Die Meißelungen treten vor allem an der Felswand vor Cairn V auf. |
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Die Felswand bei Cairn No I ist über einen großen Teil der Fläche gemeißelt. |
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Welchen Grund hatten hart arbeitende Steinbrucharbeiter, die Felswände ihres Steinbruchs mit Meißeln zu glätten? Wieso musste die Felswand zudem noch gerundet werden? Allen Betrachtern erscheint das als sinnloses Tun. Wir finden genau dieselben Felsschraffuren am angeblich „römischen“ Steinbruch Kriemhildenstuhl bei Bad Dürkheim (Bild 5+6). Darunter fanden sich bei den Ausgrabungen der 30er Jahre zahlreiche römische Inschriften, keltische Symbole sowie Symbole der nordischen Bronzezeit. | |
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Bild 5 |
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Bild 6 |
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Auch viele Pyramiden-Steinbrüche Ägyptens zeigen erstaunlichen Bearbeitungsspuren mit Meißeln über große, wenn nicht alle Teile einer Felswand (Bild 7+8). Und diese werden bis zum Bau der ersten Pyramiden um 3000 v. Chr. datiert, also auf ein Alter von rund 5000 Jahren! | |
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Bild 7 |
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Bild 8 |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Das Ehepaar Klemm, mit den Steinbrüchen Altägyptens vertraute Geologen, kamen zu der Auffassung, dass gemeißelte Felswände hauptsächlich in die Zeit des Alten und Mittleren Reichs gehören. In der ptolemäischen sowie römischen Zeit kannte man schon die Keilsprengung. Wenn aber die Römer in Ägypten die Keilsprengung anwendeten, warum soll sie dann nicht auch in Germanien angewandt worden sein? Der Kriemhildenstuhl ist von daher zeitlich viel älter zu datieren. Der erste Ausgräber, Dr. Sprater, datierte wohl nicht von ungefähr anhand der an den Felswänden angebrachten Petroglyphen (Triskel, Sonnenräder und andere Symbole, die er Felsbildern des nordischen Kulturkreises zuordnete) in die Bronzezeit. Die mittelalterliche bis moderne Schrotung Kritiker unserer These, dass es sich bei den Meißelungen um eine völlig zweckfreie Dekoration von Felswänden innerhalb eines uralten Felsheiligtum handelt, die vermutlich kultischen Hintergrund hat, bestreiten dies und führen die Spuren auf das abbaubedingte Schroten zurück. Der Schröter hatte nach Ansicht meinungsführender Archäologen die Aufgabe, den von oben freigelegten Fels mittels eingehauener Gräben von der Felswand zu lösen. Kreisheimatpfleger Haas, Würzburg vertrat in einem Artikel der Würzburger Main-Post dagegen die Ansicht, das Schroten wurde hauptsächlich angewandt, um große Blöcke in kleinere Formate zu spalten. Es zeigte einen Steinblock, der im trocken gesetzten Mauerwerk des Ganges Geise I auf dem Marsberg/Würzburg sitzt und die typischen Kerben des Schrothammers aufweist. Man sieht aber, dass der eingehauene Graben nicht besonders tief ist; lediglich etwa 5 cm (Bild 9). Folglich können sich die durch das Einhauen erzeugten Kerben niemals über die ganze Sprengfläche eines gespaltenen Blocks erstrecken. Würde man mit dieser Methode den Steinblock von der Felswand lösen, würden dabei auch keine durchgehenden Kerben entstehen, sondern nur in der Höhe des eingehauenen Grabens, als auch nur etwa ein 5 cm hoher Streifen. Darunter müsste die glatte Sprengfläche zu erkennen sein. | |
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Bild 9 |
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Pressefoto Mainpost |
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Bei Wikipedia liest man unter dem Stichwort „Spalten mit Handwerkzeugen“ Folgendes: „Eine überkommene Methode, die man heute noch - aber immer seltener - findet, ist das Spalten mit Handwerkzeugen, indem dreieckförmige Schlitze in der gewünschten Spaltrichtung der Steine eingeschlagen werden. In diese Schlitze werden eiserne Keile eingesetzt und in die Flanken der Schlitze werden zu den Keilgrößen passende Eisenbleche eingelegt, die die Keilwirkung optimieren. Die Eisenbleche werden als Federn bezeichnet. Steinmetzen nennen dieses Steinespalten „schroten“. Das Schroten ist also in Wirklichkeit ein Steinespalten mittels Keilen und wurde hauptsächlich benutzt, um große Blöcke zu teilen. Zum Einsatz kam sie angeblich auch in Marmorsteinbrüchen. Das Bild dort aber zeigt keine senkrecht aufragenden Felswände, sondern eine Fülle unterschiedlich hoher Abbaustufen (Bild 10), die aber auch nicht durch das Schroten entstanden, sondern durch das Aussägen der Blöcke. | |
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Marrmorsteinbruch am Genna Cruci Pass auf Sardinien |
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Wenn man sich oben geschilderten Vorgang vor Augen führt, wird schnell deutlich, dass das hierzulande schon seit dem Mittelalter gebräuchliche Schroten gar nicht die Spuren hinterlassen kann, die man in unseren fast schon okkult wirkenden Felsausbrüchen findet. Die angebliche Schrotgraben-Methode der Antike Die Schrotgrabenmethode wird von den Archäologen Baden-Württembergs herangezogen, die durchgehenden Meißelungen an den Felswänden der Kraichgauer Cairn-Felsnekropolen zu erklären. Schon die alten Römer hätten auf deutschem Boden diese Methode angewandt und dabei Steinbrüche wie den angeblichen römischen Steinbruch bei Bad-Dürkheim hervorgebracht. Auch wenn man die von Archäologen konstatierte und im Kriemhildenstuhl als Schlitze im Felsboden beobachtbare aber nicht erwiesene Grabenschrotung der Antike annimmt, dürften die Pickelspuren im Fels lediglich als schmale Streifen in Höhe des eingehauenen Schlitzes erscheinen (siehe Haas). Darunter aber müsste die glatte Sprengfläche zu sehen sein. Schraffierte Partien und glatte Sprengflächen müssten an der Wand alternieren und die Schraffuren dürften sich nicht über fast die ganze Höhe der Felswand durchgehend erstrecken! Die mittelalterliche bis neuzeitliche Variante des Schrotens erzeugt nicht einmal Streifen mit Schraffuren, lediglich sägezahnartige Eintiefungen an den Sprengkanten, die Schrotlöcher oder Keilbuchsen, in welche die Keile eingesetzt wurden, wie man in Bild 11 sieht. Die restliche Partie zeigt eine völlig glatte Sprengfläche. | |
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Bild 11 |
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Wenn man nach der angenommenen Schrotgraben-Methode verfuhr, wurde der nächste Schlitz auch in einem bestimmten Abstand von der Felswand eingehauen, denn der Steinhauer benötigte eine gewisse Armfreiheit und durfte sich den Ellbogen nicht an der Felswand anschlagen. Darum konnte er den Schlitz nicht unmittelbar unter die eben erzeugte Sprengfläche setzen. Deshalb wäre mit der Schrotgraben-Methode auch keine senkrechte Felswand entstanden, sondern eine gestufte, wie man sie in altägyptischen Steinbrüchen des Neuen Reichs findet, z. B. in El Saweita (Bild 12). | |
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Bild 12 |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Der Autor G. Goyon [„Die Cheops-Pyramide“] ... postuliert, die Steinbrecher hätten im Kalkstein lange, etwa sechzig Zentimeter breite Gänge kreuz und quer durch den Stein gegraben, um gleich große Blöcke zu erhalten (die sog. Schrotgräben, d. V.). Im Norden der Chefren Pyramide liegt ein Steinbruch, der als Beweis genannt wird (Bild 13). | |
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Bild 13 |
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© Franz Löhner, www.cheops-pyramide.ch |
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Der kritische Sachbuchautor F. Löhner (www.cheops-pyramide.ch) antwortet darauf: Es ist und war also, was auch die ganze Fachliteratur aussagt, am einfachsten für Steinbrucharbeiter, die Blöcke nach den Lagen, d. h. den geologischen Stratigraphien, so wie sich der Stein ursprünglich schichtenweise als Schlamm abgelagert hatte, zu spalten und vom Fels zu lösen, da sich, den Lagen folgend, hier natürlich Felsspalten auftun. Das Finden der passenden Klüfte ist eine wesentliche Aufgabe des Steinbrucharbeiters. Auf http://de.geocities.com/notizen2006/keilbuechsen.htm findet man einige Beispiele für Keilspaltung in ägyptischen Steinbrüchen oder an Baublöcken der Tempeln Ägyptens, die die allgemein verbreitete Steinspaltungsmethode bestätigen (Bild 14). | |
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Bild 14 |
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Es ist also völlig rätselhaft, wie die hoch aufragenden und glatt gemeißelten Felswände unseres Forschungsprojekts unter der vorherrschenden Abbaumethode entstanden sein können! Die Idee, dass jemals mittels „Schrotgräben“ Steinblöcke vom Fels gelöst wurden, geht aus das Vorhandensein solcher mehr oder weniger tiefer Schlitze im Boden zurück, und diese wurden, wie jeder Steinmetz nachvollziehen kann, von oben mit gezielten Meißelhieben eingehauen, denn nur so konnten sie den exakt geraden Verlauf bekommen, den sie haben. Zu welchem Zweck diese Schlitze entstanden, lässt sich wohl nur im Zusammenhang mit einer völlig neuen Betrachtung dieser angeblichen „Steinbrüche“ unter architektonischen Gesichtspunkten herausfinden. Eine Erklärung wäre, sie dienten als Stützen bzw. Verankerungen für Bretter, Balken etc. Andererseits, aus welchem Grund nun hat man nahe der Chefren-Pyramide dieses gitterförmige Rillennetz über den Steinbruchgrund gespannt (Bild 13)? Eine und die wahrscheinlichste Erklärung: Das Grabensystem diente der Nivellierung des Steingrunds. In die gehauenen Gräben wurde Wasser eingelassen, das sich gleichmäßig über die ganze Fläche verteilen musste. Dann war der Untergrund eben. Warum tat man das? Den Grund erkennt man am Horizont. Hier sollte wohl eine weitere Pyramide errichtet werden. Dazu aber war ein ebener Baugrund unerlässlich, denn nur so konnte die Statik des Bauwerks garantiert werden. Wie die gemeißelten Felswände nachweislich entstanden Prof. Stellrecht, Anfang der 90er Jahre am Geologischen Institut der Universität Karlsruhe lehrend, meinte denn auch nach Besichtigung der Zwerchhälde von Sternenfels, dass die gut erkennbaren Meißelhiebe (Bild 15) von vorn an die Felswand angebracht worden sein müssen, und nicht von oben eingehauen worden sein können. Damit ist nach Aussage dieses Experten definitiv ausgeschlossen, dass die Schrotung Ursache gemeißelter Felswände sein kann. | |
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Bild 15 |
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Denkbar ist, dass wie in Ägypten, ursprünglich mit Schrotloch und Keil der Fels gebrochen wurde, wozu man den Schrothammer benutzen musste, aber nachträglich mit Pickeln die Felswand in senkrechte Form gebracht wurde. Die Oberflächenglättung musste dann mit Meißeln erfolgen. Alles andere macht keinen Sinn. Wozu aber macht man sich solche Mühe, eine Felswand senkrecht zu glätten? In der Steingrube von Schmie-Maulbronn erkennt man sogar den Einsatz von Flachmeißeln an der Felswand (Bild 16). Wenn aber diese zum Einsatz kommen, kann die Absicht nur sein, eine plane Fläche zu erzeugen, d. h. die Felsoberfläche zweckfrei zu glätten. | |
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Die Felswand bei Cairn No I der Steingrube Schmie zeigt eine geglättete Fläche, die sowohl mit Spitz- als auch mit Flachmeißeln bearbeitet ist: Oben und unten ein Band mit Flachmeißelspuren, dazwischen Spitzmeißel. |
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Glätten tun Steinmetze die Oberfläche aber nur an den abgelösten Blöcken, nicht schon an der Felswand. Wer aber hatte Interesse an einer glatt aufragenden Steinbruchwand? Der Gewinnung von Steinblöcken war dies sicherlich nicht förderlich. Steinblöcke werden im allgemeinen erst nach dem Lösen von der Felswand auf ihre Form hin beurteilt, weiter zerlegt und von Steinmetzen verarbeitet. Bestattungen der Ägypter in Steinbrüchen Von Ägypten weiß man, dass zahlreiche Steinbrüche, die zum Bau der Pyramiden die Baublöcke und für die Tempel die Säulen lieferten, nach der Ausbeutung in Nekropolen verwandelt wurden. Man grub senkrechte Schächte in den Felsboden und waagrechte Stollen in die Felswand, wo die Toten bestattet wurden. Unter diesem Aspekt macht es Sinn, die Felswände als Teil eines geheiligten oder geweihten Raums zu betrachten und mit besonderer Sorgfalt herzurichten. Das Ehepaar Klemm hat dieses Nebeneinander von Steinbrüchen und Felsgräbern in seiner umfassenden Untersuchung („Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten“) reichlich dokumentiert (Bild 17). | |
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Der Gräberberg von Assiut |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Wenn der Steinbruch als Begräbnisstätte fungierte, konnte dort eine Sphinx aufgestellt werden, die Wächterin des Totenreichs wie bei den Pyramiden von Giseh. Aus großen Monolithen wurden Kapellen heraus gehauen, in denen der Totenkult zelebriert wurde, z. B. die Felskapelle des Merenptah mit einer Stele für Ramses III. in den Steinbrüchen bei El Siririya. Ganze Tempel entstanden in alten Steinbrüchen, z. B. der Serapis-Tempel am Mons Claudius, 48 km WNW von Port Safaga. Wo senkrecht aufragende z. T. über 40 m hohe Felswände übrig blieben (Bild 18), sind deutlich die Bearbeitungsspuren zu sehen, die ausschließlich von Meißeln verursacht sind, wie die Klemms unzweifelhaft feststellten. | |
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Bild 18 |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Eigenartige Tore wurden aus dem Fels gehauen (Bild 19). | |
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Bild 19 |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Auch in den Galleriesteinbrüchen findet man ihre Spuren (Bild 20). | |
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Bild 20 |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Diese tief in Felswände getriebenen Stollen wurden schon in pharaonischer Zeit zu reich mit Fresken geschmückten Gräbern umgestaltet. In koptischer Zeit baute man Klöster hinein, doch wohl nur aus dem Grund, weil der Ort schon eine sakrale Bedeutung hatte. Dagegen gibt es auch Steinbrüche, wo mit Keilen oder Brechstangen gesprengt wurde. Diese zeigen keine senkrechten Wände, sondern zerklüftete Felsen (Bild 21). | |
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Römischer Granitsteinbruch im Wadi el Sid |
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© Rosemarie und Dietrich Klemm |
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Felsbearbeitung in Perfektion Auch hier im Kraichgau findet man neben den erforschten Steinbrüchen mit gemeißelten Felswänden die konventionellen, die z. T. während ihrer oft nur kurzen Betriebsdauer fotografisch dokumentiert wurden, z. B. den Sandsteinbruch auf dem Hagenrain bei Oberderdingen/Baden (Bild 22), der typischerweise eine völlig schroffe und zerklüftete Felswand zeigt. | |
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Bild 22 |
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Während die im Hintergrund zu sehende Felswand aus der Abbauzeit um 1900 mit großen Brechstangen ausgestemmt wurde und heute noch derart verunstaltet dasteht, befindet sich die daran anschließende um die Ecke. Sie ist völlig intakt und muss daher viel älteren Datums sein. Denn sie ist völlig glatt und gerade, sowohl in der Vertikalen als auch horizontal und verläuft über die ganze weite Strecke der Hügelkuppe, die sie teilt. Parallel zu ihr erstreckt sich ein langes und steiles künstliches Gebilde, das mal als Wall der sog. „Eppinger Linie“, mal als Schanze oder Abraumhalde bezeichnet wird. In Wirklichkeit muss es sich um einen Lang-Cairn handeln. Der Autor, jahrelang als ausgebildeter Kunsterzieher mit der Ausarbeitung von Steinskulpturen beschäftigt, entdeckte diese Felswand auf der Suche nach einer künstlerisch bearbeitbaren Felswand. Als er mit Hammer und Meißel die Kontur eines Menschen aus der Fläche dieser Felswand schlug, erkannte er, dass die geologische Stratigraphie völlig kontrovers verlief. Die glatte Felsfläche kann also gar nicht die natürlich Kluft des Gesteins sein. Sie muss künstlichen Ursprungs sein. Diese völlig glatte Felswand, die keine erkennbaren Spitzmeißelspuren zeigt, wurde folglich einst unter großen Mühen mit dem Flachmeißel derart perfekt geglättet! Das aber stellt die Leistung unserer Vorfahren auf die gleiche Stufe wie viele ähnliche monumentale Felsbearbeitungen der großen Hochkulturen der Menschheit: der Hethiter, Perser, Ägypter, etc. Vom Hagenrain ausgehend fand der Entdecker dann weitere „Steinbrüche“ in den nicht weit entfernten Nachbarorten Sternenfels und Kürnbach, und darin die größten Cairns Europas. Wohl nicht zufällig weist einer der nicht weit entfernten Steinbrüche genauso eine Felswand auf wie im Hagenrain: Die Rohrhälde bei Kürnbach. Auch dort verläuft sie völlig gerade über ~40 m. Auch diese Steinbruchwand kappt die Hügelkuppe. Beide Felswände verlaufen nahezu exakt in Nord-Süd-Richtung. An diesem Beispiel wird deutlich, dass uralte Felsausbrüche mit akkurat geglätteten Felswänden erst zu Kaiser Wilhelms Zeiten zu modernen Steinbrüchen wurden. | |
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Die künstlerische Qualität gemeißelter Felswände in süddeutschen Nekropolen Wer sich unsere gemeißelten Felswände einmal näher betrachtet, findet erstaunliche Variationen (Bild 23+24). Die Steinmetze benutzten offensichtlich verschieden starke Meißel von sehr spitz bis recht grob. Die Texturen erscheinen dementsprechend grazil bis robust. Welcher Steinbrecher würde Wert auf derart künstlerische Ausdrucksweise legen? | |
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Bild 23 Bild 24 |
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Die Meißelspuren erinnern teilweise an Schriften. Als die Ethnologin Frau Dr. Pellech aus Wien diese Schraffuren sah, erkannte sie sogleich Linienführungen, die der keltischen Ogham-Schrift ähneln (Bild 25). Jean-Pierre Krüger aus Haselbourg/Elsaß zeigte uns Steine, die ebenfalls diese Kerbungen aufweisen und die er im Wald innerhalb eines vorgeschichtlichen Wallsystems entdeckt hatte. Auch der Entdecker fand in den Schraffuren Ähnlichkeiten zu Runen, ja sogar zu phönizischen Schriftzeichen und der Keilschrift des Mittleren Ostens, aber auch Reliefs sind zu erkennen. | |
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Die irisch-keltische Ogham-Schrift besteht aus senkrecht Linien verschiedener Länge, die sich an einer horizontalen Linie orientieren. Haben wir hier die Urform vor uns? |
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Die Meißel führenden Personen schlugen offenbar nicht wahllos auf den Fels ein. Eine gezielte Linienführung ist zu erkennen (Bild 26). Ob es sich hierbei um eine unbekannte Symbolik oder schon um Schrift handelt? | |
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Bild 26 |
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An machen Stellen findet man einzeln eingehauene Zeichen, die stark an Keilschriftzeichen des Mittleren und Nahen Ostens erinnern (Bild 27). Auch hier kam eindeutig ein Flachmeißel zum Einsatz. Was wollte uns der Künstler mitteilen? Die Felsfläche des Hintergrunds macht den Eindruck, als wäre sie zuerst mit Spitzmeißeln grob vorgeglättet und danach mit Flachmeißeln abgehobelt worden. | |
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Bild 27 |
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Die Megalithik der Bretagne und Großbritanniens zeichnet sich durch markante Felszeichungen auf den Dolmenplatten und Menhiren aus. Der Stier bzw. dessen Gehörn sind ein oft zusehendes Symbol (Bild 28). Auch unsere Cairns gehören offenbar diesem Kulturkreis an. | |
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Deutlich erkennbar der Kopf eines Stieres mit horizontalen, leicht gekrümmten Hörnern auf der Felswand der Zwerchhälde im mittleren Stufenbauwerk. |
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Resümee Gemeißelte Felswände können nicht im regulären Steinbruchbetrieb entstehen. Dort sind sie nachweislich überhaupt nicht vorhanden. Sie auf die hypothetische antike Schrotgrabenmethode oder die tatsächliche mittelalterliche bis moderne Schrotung zurückzuführen, hält keiner Prüfung stand. Im Vergleich zu den auf dieser Seite zahlreich dokumentierten ägyptischen Felsnekropolen können diese auch nur als hoch aufragende, fischgrätenartig dekorierte „Friedhofsmauern“ verstanden werden, die hier aber, anders als dort, offenbar der Einfriedung von Cairns und ihrer Ganggräber dienen sollten. Ähnlich schmale, hoch aufragende Felswände, wie in Bild 18 zu sehen, stehen auch heute noch am Tor einer Hälde bzw. eines Kalksteinbruchs am Rande der Grabenstettener Hochebene bei Bad Urach – also am Tor des größten keltischen Oppidums Europas. | |
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