Keltische Werkzeuge und ihre Datierung



Sollen Kelten keine Steinhauerwerkzeuge gekannt haben?

Herbert Haas, Würzburg behauptete in der Mainpost u. a., die Kelten im 1. Jahrtausend v. Chr. hätten den Zweispitz, einen großen schweren Eisenhammer mit Spitzen an beiden Enden, noch nicht gekannt. Mit diesem Werkzeug werden die Schlitze in den Fels gehauen, die der Aufnahme des Sprengkeils dienen. Angesichts der zahlreichen Belege aus der konventionellen Archäologie kann man so eine Aussage nur als groben Unfug, wenn nicht böswilligen Quatsch bezeichnen. Die Schrotspuren an den Mauersteinen des Megalithgangs, die Haas als Beleg für den Einsatz des Zweispitz dienen, können durchaus auch von Meißeln stammen, und die sind schon in der Bronzezeit nachgewiesen. Im Museum von Hallstatt bei Salzburg liegt ein ganzes Sammelsurium dieser Werkzeuge aus, das den keltenzeitlichen Arbeitern im Salzbergwerk zur Verfügung stand. Und mit Bronzemeißeln kann auch Kalkstein bearbeitet werden, das ist die offizielle und anerkannte Erklärung für den Abbau und die Herstellung der Pyramidenquader Ägyptens. Aber davon hat Haas, der im Artikel der Mainpost als wandelndes Lexikon beschrieben wird, sicher noch nie im Leben etwas gehört.


Die unten abgebildeten rekonstruierten Schaustücke keltischer Steinbearbeitungswerkzeuge sind im Museum des Archäologischen Parks Magdalensberg, Hallstatt zu besichtigen. Verblüffenderweise sind sie jedoch alle aus Stein oder Bronze, obwohl mit der Hallstattepoche, die ja nach dem Fundort benannt wurde, die keltische Eisenzeit beginnt. Bekanntermaßen sind die Salzstollen sehr feucht, so dass Eisen restlos verrostet sein dürfte. Oder es wurde zum Einschmelzen eingesammelt. So konnten nur die Werkzeuge aus Stein und Bronze überdauern. Das aber sind exakt die Werkzeuge, die man den alten Ägyptern zum Bau ihrer Pyramiden zugesteht. Unsere Vorfahren hätten also, der ägyptologischen Technologiegeschichte folgend, schon in der Jungstein- und Bronzezeit perfekte Quader herstellen und zum Bau großer Monumente verwenden können. Die nötigen Werkzeuge hatten sie ja der offiziellen Chronologie entsprechend, sogar schon Jahrtausende vor der Eisenzeit.




Auch keltische Schrothämmer aus Basalt, die dennoch in die Eisenzeit datiert werden, konnten mehrfach in keltischen und gallo-römischen Steinbrüchen ausgegraben werden. Soviel nur zur gutachterlichen Qualität des Herrn Haas.

Die Faktenlage ist also ganz anders, als von solchen Kritikern behauptet. Das hält Haas aber nicht davon ab, uns in aller Öffentlichkeit als „Phantasten“ zu beleidigen und unsere Forschungen als „Spinnereien, die durch nichts belegt werden können“ hinzustellen. „Es fallen immer mehr drauf rein“, behauptet Haas, als wäre uns daran gelegen, die Menschen aus niederen Beweggründen hinters Licht zu führen. So krankhaft aber ist man auch Kopernikus und dem Schwaben Kepler begegnet, als diese die Erde aus dem Mittelpunkt der Welt nahmen und die Sonne stattdessen dort hin stellten.

Dieses Teil unten im Bild, das sich in süddeutschem Privatbesitz befindet und als keltischer Amboss interpretiert wird, kann genauso gut als Zweispitz benutzt worden sein. Lediglich der Holzschaft fehlt. Dafür konnte der Stil aus Eisen niemals abbrechen.






Meißel aus Eisen hatten die Kelten ebenfalls zur Genüge. In Horst, Niederlande fand man sie als Rohmeißel, die somit als Barren gehandelt wurden.






Selbst in geschliffener Form wurden sie gefunden. Hier ein Beispiel eines Flachmeißels aus Beegden, Niederlande.






Aber auch hier in Süddeutschland kamen keltische Meißel in großer Zahl zutage. Unten zu sehen Fundgut aus der keltischen Siedlung Tarodunum, das heutige Kirchzarten im Schwarzwald. Eine Manufaktur zur Belieferung der Eisenerzminen im Schwarzwald darf man vermuten. Genau mit diesen Meißeln könnten auch die Steingruben versorgt worden sein, in denen die keltischen Aristokraten ihre Stufenpyramiden errichten ließen.






Die Werkzeuge aus dem „römischen“ Steinbruch Kriemhildenstuhl bei Bad Dürkheim

Dieser Steinbruch ist aufgrund seiner Felszeichnungen was seine Datierung angeht noch immer umstritten. Während die Felszeichnungen auf den gemeißelten Felswänden in der Symbolik bis in die nordische Bronzezeit zurückgehen und z. B. in der Höhle von Bohuslän, Schweden gefunden wurden, sind die Inschriften eindeutig römerzeitlich und der 22. Legion zuzuordnen.

Interessant sind die Werkzeuge, die bei den Grabungen in den 30er Jahren gefunden wurden. Auf der untersten Sohle des West- und des Ostflügels wurden Zweispitze, schwere Hämmer und Eisenkeile verschiedener Größe gefunden. Die eisernen Werkzeuge sind heute im Museum von Bad Dürkheim zu besichtigen. Die Ausgräber hatten den Eindruck, dass die Steinmetze ihre Arbeit stehen und liegen ließen. Andererseits, wenn dies der Fall gewesen wäre, warum haben andere nicht diese damals sicher noch wertvolleren Werkzeuge als heute einfach mitgenommen? Handelt es sich in Wirklichkeit um eine vergrabene Opfergabe bei der Grundsteinlegung des Cairns? Dafür spricht auch, dass die Eisenkeile der Größe sortiert aneinander lagen. Damit stellt sich die Frage, ob diese Werkzeuge eindeutig den Römern zuzuordnen sind, da die Petroglyphen so viel älteren Datums zu sein scheinen. Kannten die Kelten den eisernen Zweispitz tatsächlich nicht?

Unten zu sehen das ganze Sortiment an Werkzeugen, dass man im Steinbruch braucht, Fundort: Kriemhildenstuhl, Bad-Dürkheim.






Keltische Eisenbarren in Steinbrechhammer-Form

Die von Haas aufgestellte Behauptung, die Kelten hätten keine Steinbearbeitungswerkzeuge aus Eisen gekannt ist nicht haltbar. Der Zweispitz, das typische Werkzeug, nicht des Steinbrechers sondern des Steinmetz, wie in der Fachliteratur immer betont wird, war bei den Kelten offenbar nicht nur bekannt, wie die folgenden Ausführungen nahelegen, sondern weit verbreitet.

Es gibt ein Werkzeug unserer Vorfahren, das als „Kelt“ überliefert wurde und damit so typisch für die Kelten gewesen sein muss, dass man es nach ihnen benannte. Das Meyer Lexikon kennt den Keòlt [lateinisch], vorgeschichtliches Beil aus der Bronzezeit, das aber offenbar auf lat. celtis „der Meißel“ zurückgeht (dtv-Lexikon). Wir haben es also mit einem Beil zu tun, das die Funktion eines Meißels hat. Die Beschreibung trifft nun haargenau auf den Zweispitz zu.

Die aus der Archäologie bekannten Beile sind aber vorwiegend bronzene Prunkbeile und eher selten, kommen also nicht in Frage. Der Zweispitz aber muss, wenn die Schraffuren an den Felswänden auf ihn zurückzuführen sind, ein bei den Kelten häufig verbreitetes und daher für sie typisches Werkzeug gewesen sein. Wenn im Nachfolgenden deutlich wird, wie weit verbreitet der Zweispitz bei den Kelten war, kann man kaum noch daran zweifeln, dass Kelt dieses keltische Meißelbeil, den Zweispitz meint.


Der moderne Zweispitz. Geht er auf den bronze- bzw. eisenzeitlichen Kelt zurück?





Die Kelten hatten nämlich massenhaft Gussformen, die der Herstellung von Eisenbarren hätten dienen können. Zum bronzezeitlichen Bronzeguss mussten im Schmelzofen Temperaturen von 1100 bis 1200 Grad ereicht werden. Es ist eine Frage unter Experten, ob mit den Rennöfen der Kelten schon die mehr als 1500 Grad Celsius erreicht werden konnten, die zur Herstellung von Gußeisen benötigt wurde. Wenn ja hätte man solche Gussformen jederzeit zur Herstellung von Zweispitzhämmern benutzen können.

In fast allen wichtigen Museen Deutschlands, die eine keltische Abteilung haben, entdeckt der interessierte Besucher nun aussagekräftige Eisenbarren - und diese haben die Grundform eines Zweispitz. Es gibt eine unüberschaubare Menge. So zahlreich sind die Funde dieser Zweispitz-Barren, dass die Archäologen von einer Industrie sprechen.

Doch diese Barren sind kein Gusseisen, sondern geschmiedet. Die Herstellung eines solchen Barrens gelang nach Aussage des Experimental-Archäologen Jean Collin nur durch Erhitzen des eisenhaltigen Steins mit Holzkohle  im Rennofen auf Temperaturen  von 750 bis 1200 Grad, Abschöpfen des Eisenschaums und Ausschmieden der Schlacke, ein mühseliger Prozess, an dessen Ende ein weniger reines Eisen stand.

Dieses auch weniger harte Eisen konnte dann in die Form eines Zweispitz geschmiedet werden. Für die Spitzen und Schneiden jedoch mussten Stücke aus speziell hergestelltem Stahl angeschmiedet werden, dessen Herstellung die Kelten auch schon beherrschten.

Meist sind die Barren um die 30 cm lang und wiegen zwischen 5 und 6 kg. Die archäologische Theorie stuft sie als Tauschobjekt, Zahlungsmittel, mithin als Währung ein. Jeder, der einen Barren erwarb, konnte ihn der offiziellen Theorie entsprechend in Waffen oder Werkzeuge umschmieden. Es wundert nur, warum die Archäologen nie auf die Idee kamen, dass es am einfachsten war, diese Barren in Steinhauerwerkzeuge, also Zweispitze und Schrothämmer, umzuwandeln, da sie diese Form ja schon hatten. Eine Formgebung der Barren ausgerechnet in Zweispitzform kann eigentlich nur diesen Grund gehabt haben.


Keltische Eisenbarren, gefunden in Oberhausen-Rheinhausen





















bei Knopp-Labach („400 v. Chr.“)



















auf dem Heiligenberg bei Heidelberg

















bei Alzey



Das Umschmieden der Barren war eine recht einfache Sache, die damals wie heute nur ein wenig Konzentration erfordert. Der Vorgang ist nämlich derselbe, mit dem der Schmied auch heute noch Äxte schmiedet. Dies wird im Buch „Schmieden lernen“ von Lars Enander und Karl-Gunnar Norén genau beschrieben. Zur Herstellung des Auges, welches den Stil aufnimmt, musste nur die dicke Mitte des Eisens in der Esse zum Glühen gebracht werden. Mit einem runden Eisendorn wurde dann die Schaftöffnung des Hammers von beiden Seiten durchgeschlagen. Danach konnte der massive Stiel aus Holz, vmtl. ein Eichenpfahl, in diesen Schaft hinein getrieben werden. Weil dies noch im glühenden Zustand geschah, war garantiert, dass der dicke Eisenkopf sich ganz dicht um den Stiel schloss, denn Eisen zieht sich beim Erkalten zusammen. Der absolut feste Halt des Stiels war damit garantiert, wuchtige Schläge mit dem schweren Hammer dadurch immer möglich.

Unten im Bild keltische Werkzeuge zur Eisenbearbeitung, auch der zitierte Eisendorn ist zu sehen. Sein Holzschaft fehlt. Fundorte: Eschweiler-Laurenzberg und Eschweiler-Lohnen.




Nach der gleichen Methode werden heute auch noch Weinfässer hergestellt. Der eiserne Ring um die Fassdauben wird im glühenden Zustand darüber gestülpt, dieser zieht sich beim Erkalten hermetisch um die solide zusammengefügten Holzdauben.

In der Vor- und Frühgeschichte war es tatsächlich nicht unüblich, diese als Währung dienenden Metallbarren in Form von Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen zu gießen. In der späten Bronzezeit um 1400 v. Chr. gab es neben Ringen auch Bronze-Barren in Form hohler Tüllenbeile. Noch um 1100 n. Chr. dienten in Mähren Eisenbleche in Form von Axtköpfen, als Zahlungsmittel.

Da sehen also die Archäologen die Form dieser massenhaft vorkommenden keltischen Eisenbarren, den typischen Zweispitz der Steinbrucharbeiter, und stellen sich nie die Frage, ob die Kelten nicht diesen Zweispitz auch zur Arbeit im Steinbruch verwendeten. Unglaublich. Es gibt keine nennenswerte Doktorarbeit über keltische Steinbrüche. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stritt man sich darüber, ob der Kriemhildenstuhl bei Bad Dürkheim aufgrund seiner bronzezeitlichen Petroglyphen einen keltischen Ursprung hat oder ein römischer Steinbruch ist. Die derzeit offizielle Theorie beharrt darauf, dass er römisch sei. Man schätzt also die Steinbearbeitungsmöglichkeiten der Kelten als sehr gering ein, obwohl sie mit Eisen mehr als gesegnet waren, ja nach offizieller Theorie eine voll entwickelte Eisenindustrie hatten. Ja für was eigentlich, wenn nicht zum Steinabbau? Steinskulpturen stellten sie ja schon seit 500 v. Chr. her und für die Steinbeschaffung zum Bau der Gallischen Mauern mussten ganz sicher Steinbrüche angelegt werden, da ja schon zur Fundamentlegung der Wehrmauern der Fels des Berghanges aufgehauen und geebnet werden musste.

Die markanten Schraffuren und Furchen, die Haas im Gang Geise I auf dem Marsberg erkannt und als neuzeitlich fehlinterpretiert hat, die aber auch an den Felswänden der Zwerchhälde von Sternenfels und in der Steingrube von Schmie, etc. und an vielen Bausteinen der Megalithgänge zu besichtigen sind, können sowohl auf diese keltischen Schrothämmer, als auch auf Spitz- und Flachmeißel der keltischen Eisenzeit zurückgeführt werden, die in Mitteleuropa schon seit 1350 v. Chr. nachweisbar sind (siehe folgende Ausführungen).






Eisenzeit + Bronzezeit = Metallepoche?

Die keltischen Eisenbarren waren von etwa 800 v. Chr. bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. im Umlauf. Sie wurden sogar noch in den römischen Kastellen von Vindinossa und Kaiseraugst gefunden. In diesem Zeitraum müssen auch die Cairns in Steinbrüchen errichtet worden sein. Nun werden die Cairns aber im restlichen Europa in die Megalithepoche datiert, und die endet schon am Ende der Bronzezeit. Die Architekturepoche der Cairns beginnt also nach offizieller Epocheneinteilung mit dem ältesten datierten Dolmen etwa 5800 v. Chr. und endet spätestens um etwa 1200 v. Chr., also gerade zu dem Zeitpunkt, als im Nahen Osten das Eisen in Gebrauch kam.

In dem chronologisch sehr aufschlussreichen Buch, „Das keltische Jahrtausend“, legen Fachleute der bayerischen Archäologie den Beginn der keltischen Kultur in Süddeutschland noch vor den Anfang der Eisenzeit. Seit Montelius, den Begründer des heute noch gültigen, aber höchst fraglichen chronologischen Schemas, datieren wir Kulturen in die Altstein-, Jungstein-, Bronze- und Eisenzeit. Die keltische Kultur mit ihrem Schwerpunkt in Süddeutschland, Ostfrankreich und Tschechien beginnt in Europa offiziell mit der Hallstattepoche um etwa 800 v. Chr. Die davor liegenden 400 Jahre bis zur späten Bronzezeit wurden und werden immer noch als die Urnenfelderperiode bezeichnet. In ihr soll das Eisen in Europa noch nicht bekannt gewesen sein.

Die Archäologie fand nun immer mehr Hinweise, dass die angebliche Zeit der Völkerwanderung, in der eine Verbreitung der Urnenfelder von Norddeutschland und Skandinavien bis Kleinasien feststellbar ist, durchaus bodenständige Elemente hat. Vor allem ließen sich die Epochengrenzen nicht mehr aufrechterhalten, welche die Eisenzeit und allerspäteste Bronzezeit trennten. Die Funde beider Kulturen waren sich in den stilistischen Merkmalen der Funde (Gebrauchsgegenstände, Keramik, etc.) so ähnlich, dass man die Hallstattzeit in die Urnenfelder-zeit zurück verlängerte.

Das war auch der Grundansatz von „Das keltische Jahrtausend“, die spätbronzezeitlichen Bergfestungen Bayerns den Kelten der Eisenzeit zuzuschreiben. Keltische Viereckschanzen, die nach der maßgeblichen Chronologie nur in die Eisenzeit datiert werden durften, konnten nun auch um Exemplare ergänzt werden, in denen keinerlei Eisen, sondern nur Bronze entdeckt worden war und deshalb lange der angeblich nichtkeltischen Urnenfelderkultur zugerechnet wurden.

Wenn die Bronzezeit aber derart fließend in die Eisenzeit mündet, gab es womöglich überhaupt keine Einwanderung von Völkern mit eisenverarbeitendem Know-how. Die Technologie kann durchaus im Land entwickelt worden sein. Es gab immer wieder sporadische Funde von Eisengegenständen, die man wegen der Fundzusammenhänge in die Bronzezeit datieren musste. Ebenso ist es selbstverständlich, dass auch in der Eisenzeit immer noch dieselben Bronzegegenstände, Prunkwaffen, etc. hergestellt wurden. Gibt es also gar keine ziehbare Grenze zwischen Bronze- und Eisenzeit?

Heribert Illig vertrat in seinem Buch „Die veraltete Vorzeit“ die fundierte These, dass mit dem Schmelzen von Kupfer und Zinn zu Bronze auch schon die Technik der Eisenverhüttung bekannt gewesen sein muss. Nach dem gegenwärtig gültigen Zeitschema der technologischen Entwicklung beginnt die Bronzezeit um 2500 v. Chr., die Eisenzeit dagegen erst um 800 v. Chr. Es ist logisch nicht nachzuvollziehen, wieso es  über 1700 Jahre gedauert haben soll, bis die Menschen auf die Idee kamen, mit den Rennöfen, in denen sie Kupfer und Zinn auf Temperaturen von 1100 bis 1200 Grad erhitzen konnten, auch Eisen zu erhitzen. Die Technik, genügend Sauerstoff durch Windröhren einzublasen, war ja schon entwickelt. Zur Präzisierung, es geht nicht um Eisenguss, sondern um die Technik, das Eisen von der Schlacke zu trennen und in Form zu schmieden, für das schon Temperaturen von 750 bis 1200 Grad genügen, also noch weniger, als für den Bronzeguss nötig ist. Rational lässt sich dieser Widerspruch nicht erklären. Der Fehler muss in der Chronologie und falsch rekonstruierten Technologiegeschichte liegen. 

Wenn man sich die Entwicklung der Luftfahrt betrachtet, dann war es ein winziger logischer Schritt vom Propeller zur Düse, die eigentlich auch nur ein Propeller mit Gaseinspritzung ist, das entzündet wird und damit zusätzlichen Vortrieb liefert, aber das Flugzeug um Tausende Kilometer schneller macht. So eine lächerliche Aufgabe, wie das intensivere Befeuern eines Glutofens soll unseren Vorfahren nicht gelungen sein? Unvorstellbar. Vor allem, da ja bekannt ist, dass diese hohen Temperaturen beim Verbrennen von Leichen erzeugt werden konnten. Zur vollständigen Kremation sind durchaus Temperaturen über 1000° vonnöten. Und den ersten festgestellten Leichenbrand datiert man nicht nur in die Jungsteinzeit, sondern sogar schon früher.

Bronze ist zudem ein Edelmetall (wenn auch eine Legierung), dessen Komponenten aus ganz verschiedenen Gegenden Europas zusammengeführt werden mussten: Zinn aus Cornwall, Kupfer aus dem Erzgebirge, während Eisen fast überall als Bohnerz im Boden zu finden ist. Anfangs dürften die oberflächennahen Vorkommen ungeheuer groß geworden sein, heute ist nach dem extensiven Abbau davon nichts mehr übrig. Schon zur Keltenzeit musste Untertage-Bergbau betrieben werden.

Die ursprünglichen Rennöfen waren ungemein primitiv, so dass sie vielleicht schon der Neandertaler bauen konnte. Es waren lediglich Erdgruben mit Lehm ausgekleidet, mit Holzkohle isoliert, darin eine Mischung aus Eisenstücken bzw. -bohnen und Holzkohle, die mit einem tönernen Rohr nach dem Entzünden angefacht wurde. Der Eisenschaum, der sich oben absetzte, wurde abgeschöpft und weiterverarbeitet.

Es gibt inzwischen Forschungsergebnisse, die die alten Datierungen radikal in Frage stellen:

Dreihundert bis vierhundert Jahre nach der Bronze tauchte das Eisen auf. Ältester Beleg hierfür ist ein im nordslowakischen Ort Gánovce gefundener Dolchgriff. Aufgrund von Radiokarbonmessungen ist er sicher in die Zeit zwischen 1743 und 1676 v. Chr. zu datieren. Ob es sich hierbei um ein importiertes Stück oder aber bereits um das Ergebnis einer lokalen Eisenproduktion handelt, kann derzeit noch nicht entschieden werden. Ein weiterer sehr früher Eisenfund stammt aus Bargeroosterveld (Drenthe, Niederlande), wo während der Ausgrabung eines in die Zeit um 1350 v. Chr. anzusetzenden urgeschichtlichen Bohlenweges ein Eisenmeißel (!) gefunden wurde. Im nordalpinen Raum in seiner Art einzigartig ist ein aus der nordeuropäischen Frühbronzezeit (!) stammender schmaler Fingerring aus Eisen, der in einem Grabhügel beim niedersächischen Vorwohlde gefunden wurde: Er zeigt stilistische Ähnlichkeiten mit einem etwa zeitgleichen Eisenring aus der minoischen Siedlung Archanes auf Kreta. Insgesamt sind gegenwärtig aus Mittel- und Nordeuropa über 160 Nachweise vorhanden, die den Umgang mit Eisen bereits während der Bronzezeit belegen (!). Doch kann erst ab etwa 800 v. Chr. in diesem Raum von einer beginnenden Eisenzeit gesprochen werden“ (http://dic.academic.ru/dic.nsf/ger_enc/98163/Metallzeit).

Warum eigentlich? Wenn Eisen schon zu einer Zeit (1750 v. Chr.) bekannt war, als nach herkömmlicher Theorie die Bronze in Mitteleuropa erst eingeführt wurde (Frühbronzezeit!), dann kann man schwerlich abstreiten, dass die Technologie zur Eisengewinnung und -verarbeitung bekannt war und damit haben wir es mit einer Epoche zu tun, in der Eisen verbreitet war. Diese Epoche hat das Recht, als Eisenzeit bezeichnet zu werden. Es gibt folglich keine zu trennende Eisen- und Bronzezeit. Würde man den Beginn des Düsenzeitalters jemals anders datieren als zum Zeitpunkt der Erfindung entsprechender Triebwerke?

Und wenn schon um 1350 v. Chr. eiserne Meißel in Nordeuropa in Gebrauch waren, steht somit einwandfrei fest, dass Steinbearbeitung schon in der Bronzezeit stattfand. Somit ist auch der Bau von Cairns der Bronzezeit in Steinbrüchen der Eisenzeit nicht mehr unvereinbar. Die Bronzezeit war in Wirklichkeit schon Eisenzeit.

Aber selbst dieses Argumentation ist eigentlich so selbstverständlich wie überflüssig, denn Cairns wurden ja von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit der Kelten gebaut, von ca. 3800 v. Chr. bis ca. 500 v. Chr., also über rund 3300 Jahre hinweg, ein unglaublich langer Zeitraum, der chronologisch zu hinterfragen ist. Die einsenzeitliche Datierung verdanken wir der französischen Archäologie, die ja diesbezüglich schon immer wegweisend war und ist. Das Vorkommen eisenzeitlicher Cairns bei Saint Soline in Ostfrankreich schließt nicht nur chronologisch sondern auch geographisch die Lücke zwischen atlantischen Cairns und den Cairns in Zentraleuropa.

Übrigens gibt es jetzt eine hinlänglich plausible Erklärung für die angebliche Existenz altägyptischer Meißel aus Kupfer, die ja beweisen sollen, dass die alten Ägypter angeblich mit Kupfer Stein bearbeitet hätten, was noch keinem Menschen gelungen ist und lediglich in den Hirnen namhafter Archäologen stattfindet. Diese gefundenen Meißel sind gar keine, sondern lediglich das sog. Geschirr bei der Keilsprengung von Steinquadern. Diese kupfernen Keile wurden neben die Eisenkeile gesetzt, um dem Keil mehr Halt zu geben. Da Kupfer so weich ist, gelingt die Anpassung problemlos. Die Methode wird auch heute noch angewendet.

Eißenmeisel wurden im Steinbruch neben der Cheopspyramide gefunden, tauchen in der Fachliteratur jedoch nicht mehr auf, da sie nicht in das offiziell gepflegte Chronologie-Bild passen. Das kann man bei Heribert Illig "Wann lebten die Pharaonen?" nachlesen.

Holzkeile werden und wurden in der Steinsprengung auch nie eingesetzt. Es handelt sich offenbar um ein gern geglaubtes Märchen, dass durch Wasser aufquellendes Holz soviel Sprengkraft besitzt, den Fels zu spalten. Steinbrucharbeit ist eigentlich nur mit Eisen und Muskelkraft möglich. Folglich müssen alle Steinbauten der Hochkulturen in der Eisenzeit entstanden sein (zitiert nach Helmut Löhner).



Ist Rötel in Wirklichkeit der rostige Rest eiserner Grabbeigaben?

Warum finden wir in den meisten älteren Kulturschichten kein Eisen?

Ein wichtiger Aspekt ist das Recycling. Anfangs dürfte das Eisen, weil es noch rar war, derart wertvoll gewesen sein, dass man es nicht einfach den Toten ins Grab gab. Es wurde in der Esse erhitzt und umgeschmiedet, konnte also schon damals wieder verwertet werden. Auch heute ist das völlig normal. Schrott und Alteisen wird nicht irgendwo verbuddelt oder verrosten gelassen, sondern gesammelt und der Stahlschmelze zugesetzt. Kein Wunder also, dass aus den ältesten Zivilisationen kein Eisen bekannt ist. Diesen ganz wichtigen Aspekt blenden Archäologen und Historiker bei ihren Gedankenspielen immer konsequent aus. Das ist wohl auch der Grund, warum in den Ganggräbern und Dolmen der hochkulturellen Megalithzeit, die man heute als jungstein- und bronzezeitlich bezeichnet, kein Eisen zu finden ist. Die jederzeit betretbaren Kammern wurden wohl sehr schnell ihres kostbarsten Inhalts geplündert.

Eisenoxid bzw. Rost, von den Archäologen als Rötel oder Hämatit interpretiert, fand man nichtsdestotrotz schon in Gräbern der Bronze-, Jungstein- und sogar Altsteinzeit häufig. Man kennt den Rötel als Farbstoff, der neben der Bemalung altsteinzeitlicher Höhlen auch obskuren Bestattungsriten gedient haben soll. Dieses Eisenoxid liegt meist auf den Leichen als mehr oder weniger dicke Schicht, kann sich aber auch über die ganze Grabkuhle verbreiten.

Wenn ein Gegenstand aus Eisen verrostet, vor allem nach so vielen Jahrtausenden, kann er von dem Wasser (H2O), das ihn mit  dem häufigsten Element der Erdkruste, dem Sauerstoff (O) zum Oxidieren (Rosten) brachte, natürlich auch im ganzen Grab verteilt werden und mit Kreide und Ton der Grablege eine Verbindung eingehen, die man als Rötelfarbe missdeuten kann. Der eiserne Gegenstand (Klinge, Lanzenspitze, Schmuckstück, etc.), der ursprünglich als Grabbeigabe auf der Leiche lag, hätte somit nach der Oxidation die gleichen Spuren verursacht, die heute völlig falsch als Farbstoff interpretiert werden.

Man kann sich gut vorstellen, wie ein Archäologe eine Bodenprobe nimmt und im Labor durch den Chromatographen jagen lässt. Dort werden nur die einzelnen Elemente angezeigt, und wenn die mit der angeblich steinzeitlichen Rötelfarbe, die ja auch nur ein Geschmier aus Rost (Eisenoxid) und tonigem Lehm gewesen sein soll, übereinstimmen, hat er die unhaltbare These bestätigt.

Es ist daher wohl nur eine Frage des Zufalls und nicht des wahren Alters, wie Archäologen Gräber datieren, wenn die gültige Datierung nur davon abhängt, wie wasserdurchlässig eine Grababdeckung war und welche Bodenbeschaffenheit vorlag. In wasserzugänglichen Grüften kann somit eine eisenzeitliche Bestattung als bronzezeitlich fehldatiert werden, nur weil lediglich die bronzenen Prunkwaffen erhalten blieben, da sie nicht oxidierten, während das Eisen sich in „Rötel“ auflöste. Nur Gräber, die ausreichend genug gegen Wasser geschützt waren, konnten überhaupt als eisenzeitlich eingestuft werden.

"Es gibt ja vollständig oxidierte Waffen und Werkzeuge ohne metallischen Rest, und dennoch werden solche Artefakte geborgen und analysiert. Natürlich darf man niemals nie sagen, und so würde ich auch nicht grundsätzlich ausschließen, dass z.B. ein Fließgewässer, das durch solch ein Grab geleitet würde, Eisenrost z.T. löst und wegschwemmt. Dann ist das mal so - eine Ausnahme" (Jean Collin, Experimentalarchäologe).

Wenn das ein Anhänger konventioneller archäologischer Hypothesen und äußerst kritischer Gegner  hier geäußerter Anti-Thesen zugibt, dann ist die Möglichkeit also durchaus gegeben. Wir Chronologie-Kritiker gehen ja z. T. auch davon aus, dass es die Sintflut wirklich gab und global nachweisbar ist. Eine Frage ist natürlich ihre zeitliche Verortung, ob am Ende der Eiszeit, wie allgemein behauptet, oder doch erst sehr viel später, am Ende der Bandkeramiker-Kultur, die ja sehr viel mit Rötel bestattet haben soll. Wenn die Gräber dieser Kultur, die ja in einer Zeit angesiedelt ist, in der schon Dolmen, also Megalith-Monumente gebaut wurden, unter das Wasser eines gewaltigen Tsunamis gelangten, hätte man eine einfache Erklärung, warum all ihr Eisenartefakte als Rosttümpel endeten. 

Es ist doch entlarvend, dass Rötel nur in steinzeitlichen und bronzezeitlichen Gräbern vorkommt, aber nicht in eisenzeitlichen. In eisenzeitlichen Gräbern sind die eisernen Gegenstände nicht verrostet. Man kann also keinen Rötel finden, da die datierbaren Eisen-Gegenstände noch erhalten sind.

Genauso verhält es sich mit dem keltischen Fundgut im Salzbergwerk von Hallstatt (s. o.). Wenn es nur nach den Werkzeugen im Stollen gegangen wäre, hätte man die ganze Kultur zwingend in die Bronzezeit, und zwar weit an den Beginn, und in die Jungsteinzeit datieren müssen, in die Epochen also, in denen der offiziellen Lehrmeinung entsprechend die große Masse megalithischer Cairns und Hünengräber gebaut worden sein soll. Nur anhand des Inhalts der Gräber auf dem benachbarten Berg konnte die wirkliche Zeit von Hallstatt festgestellt werden.

Hämatit, der eisenhaltige Ocker, der einen Anteil von bis zu 32 % Fe enthalten kann, wurde zur Steinzeit im Tagebau gewonnen. Kuhlen, die im Höchstfall bis zu 4 m tief gegraben wurden, lieferten einen der ersten Farbstoffe der Menschheit. Eisen kann und konnte also schon immer aus diesen leicht erreichbaren Erden gewonnen werden. Es erstaunt die Fachleute, dass dies nicht viel früher geschah, als heute angenommen. Die Funde von neolithischem Hämatit-Bergbau bei Sulzburg und Münstertal-Rammelsbach brachten die Werkzeuge der Berglaute zutage. Mit schweren Steinhämmern barg man den wertvollen Rohstoff, der wohl bevorzugt zur Herstellung von Schmuck verwendet wurde. Doch wir wissen nicht, ob dies nicht in Eisenschmieden geschah. Keiner kann das ausschließen, vor allem, da die Fundgebiete im Oberrheintal sehr gut für den Bau von Rennöfen geeignet waren. Hier bläst ständig Wind die Abhänge der Vogesen und des Südschwarzwalds entlang, Wind, der den Sauerstoff zum Erreichen der hohen Ausschmelztemperaturen lieferte. Blasebälge der primitiven Art dieser Zeit konnten das noch nicht leisten.

Müssen wir unter diesem Aspekt Montelius´ niemals in Frage gestelltes Zeitschema nicht als reichlich hinter der Zeit betrachten, vor allem weil ihm eine Mindestanforderung an Logik entbehrt?

Wir könnten unsere Chronologie um vieles glaubwürdiger machen, wenn wir den Beginn der Metallurgie, die Zeit als Eisen und Bronze erstmals verarbeitet wurden, zeitgleich ansetzen. Vermutlich wurde Eisen sogar noch vor der Bronze hergestellt, denn die Legierung musste erst nach langen Versuchen erfunden, Zink und Kupfer von ihren begrenzten Abbaugebieten über Tausende von Kilometern zusammengebracht werden, während Eisenherstellung relativ einfach und fast überall im Mittelgebirgsraum durchführbar ist. Hier, und nicht in den waldarmen Regionen der Alten Hochkulturen, war das Holz in ausreichender Menge vorhanden, um die nötige Holzkohle für die Rennöfen herzustellen, wie schon der Archäologe Dayton resümierte.

Mit der industriellen Herstellung von Eisenwerkzeugen war es dann auch erstmals möglich, die Cairns in Steinbrüchen zu errichten, aus denen man das Material zu ihrem Bau heraus gebrochen hatte. Damit löst sich auch ein Rätsel der französischen Archäologie, die mühsam erklären muss, wie die Bausteine des Cairns von Barnenez, die aus dem härtesten Gestein überhaupt, nämlich Granit, bestehen, hergestellt wurden. Mit steinzeitlichem Obsidian wäre dies niemals möglich gewesen, mit eisernen Steinbruchhämmern sehr wohl.

Auch der Sarkophag der Cheopspyramide, der ebenfalls aus Granit besteht und in der Kupfersteinzeit auf rätselhafte Weise hergestellt worden sein soll, kann somit eine realistische Erklärung finden. Schließlich hat uns ein griechischer Historiker, nämlich Herodot selbst, überliefert, dass ein Unmenge von Eisen zum Bau dieser Pyramide verwendet wurde. Aber unsere Archäologie glaubt lieber einem pauschalisierend aufgestellten Zeitschema, das seit über einem Jahrhundert nie mehr in Frage gestellt wurde, als dem viel zeitnäheren Berichterstatter.



Wie wurde Granit in der angeblichen Kupfersteinzeit bearbeitet?

In „Experimentalägyptologische Hartgesteinbearbeitung“ (www.Mysteria3000de) weist Reinhard Prahl nach, dass die Bearbeitung von Statuen aus Granit, Basalt, Diorit, Quarzit und anderen Hartgesteinen, sowie die Aushöhlung von Vasen und Sarkophagen nicht in der Weise funktionieren kann, wie der Experimentalägyptologe namens Denys A. Stocks in seinen Versuchsreihen darstellte. Dieser hatte in Assuan praktische Versuche mit altägyptischen Methoden in Rosengranit durchgeführt. Er benutzte dazu einen Bohrer, den er TRTD (Twist/Reverse Twist Drill) nannte und dem ein 8 cm durchmessendes Kupferrohr aufgesetzt war. Als Schleifmaterial wurde Quarzit verwendet. Auf diese Weise schaffte er es, in 20 Stunden ein 6 cm tiefes Loch in einen Rosengranitblock im Steinbruch von Assuan zu bohren.

Man kann mit Kupfer und Quarzsand tatsächlich ein Loch in irgendein Hartgestein bohren. Auch das Sägen ist möglich. Der Rechnung wurde der Granit-Sarkophag der Cheops-Pyramide zugrunde gelegt. Das auszubohrende Gesamtvolumen des Sarkophag-Innenraums beträgt: 2,08 m x 0.77 m x 0.95 m = 1,521 m³. Da das Volumen eines Zylinders Pi x Radius zum Quadrat x Höhe ist, bohrte Stocks pro Stunde 3,14 x 0,04 m² x 0,003 m, insgesamt also 0,0003768 Kubikmeter pro Stunde heraus. Eine Person benötigte demzufolge für den Sarkophag mit 1,521 m³ : 0,0003768 m³ = 4036,624 Std., also rund 100 Wochen oder ca. ein Jahr und 11 Monate nach heutiger Wochenarbeitszeit.

Prahl allerdings verwendete in seiner Rechnung fehlerhaft einen Bohrer von nur 2,8 cm Durchmesser und verrechnete sich außerdem eklatant, indem er als Schlussergebnis 93,54 Jahre pro Person herausbrachte. Für diesen Fehler musste er sich entschuldigen.

Prahl fügt allerdings noch an: Stocks verlor pro Stunde etwa 0,45 cm Kupfer durch Abrieb. Das ergibt für unsere Sarkophagberechnung einen Verlust von rund gerechnet 369,997 Meter für einen Sarkophag. Können Sie sich den immensen Materialverlust für die Gesamtarbeiten des Alten Reiches vorstellen? Auch diese Problematik findet bei Stocks keine Erwähnung. Die Bohrung mit Kupfer und Quarzsand war also sicher völlig ineffizient.

Prahl aber fragt vor allem: Wie hatten es die alten Ägypter geschafft, die feinen Gesichtszüge, die plissierten Gewänder und die schmalen und doch so tiefen Hieroglyphen aus den Hartgesteinen herauszuarbeiten? Laut ägyptologischer Ansicht wurden nur drei Arten von Meißel im Alten Reich verwendet: solche aus Kupfer, aus Bronze – diese aber erst zum Ende des Alten Reiches hin – und Feuersteinmeißel. Eine Kernbohrung in einem bauchigen Krug bohrt zwar einen Kern heraus, dessen Durchmesser ist allerdings nur so groß, wie der verwendete Bohrzylinder. Man hätte also auch Meißel für die Feinarbeit verwenden müssen. Doch aus welchem Material waren diese? Aus Kupfer, wie die Ägyptologen behaupten?

Auf den Dioritvasen wie auch auf den großen Granit-Statuen und Obelisken in Gizeh und Karnak sind die Gravierungen und Schriftzeichen wie mit Schablone und Lineal gezogen, die Kanten sind geschnitten scharf. Diese Arbeiten können eigentlich nur mit einem diamantbesetzten Gravierstift ausgeführt worden sein.” (Gassmann, Horst-Detlef, 1987: “Die geschichtliche Entwicklung zum handwerklich genutzten Diamantkernbohren von Beton”, in: Schleifen \& Trennen 113).

Stocks schreibt über die Herstellung von Hieroglyphen, dass er annimmt, die Zeichen seien mit Feuerstein herausgearbeitet worden. Allerdings hat er es, wie Prahl meint, an Hartgesteinen nicht selbst versucht. Der Chemiker Dr. Ernst und der Steinmetzmeister Rogalla meinten dazu, ein so schmal und dünn gearbeitetes Werkzeug würde aller Wahrscheinlichkeit nach brechen.

Über die Verwendung des allgemein sehr weichen Metalls Kupfer im Alten Reich Ägyptens:

Fachleute sind der Meinung, dass sie sich auf ein spezielles Härteverfahren verstanden hätten, das wir heute nicht mehr kennen. Zugleich verweisen sie darauf, dass in natürlichen Kupfervorkommen Beimischungen von Arsen, Wismut und Eisen enthalten sind, so dass diese Bestandteile, die nach dem damaligen Schmelzverfahren erhalten bleiben, härteres Kupfer entstehen ließen als nach heutigen Schmelzmethoden gewonnen wird. Überdies trug das Hämmern des Metalls in erkaltetem Zustand zur Härte bei, allerdings wurde damit nicht einmal die Härte von Bronze erzielt” (Lauer, Jean Philippe, 1980: Das Geheimnis der Pyramiden. Berlin):

Diese Ansicht wird von nicht wenigen Historikern geteilt, z.B. von W. M. F. Petrie: “So behandeltes Kupfer kann so hart wie Flußstahl gemacht werden.” Seltsam ist allerdings, dass bisher noch kein einziges Artefakt gefunden wurde, an dem sich dieser ominöse Härtevorgang nachweisen ließe (R. Prahl).

Der Steinmetzmeister Manfred Rogalla “Sie können jeden Steinmetz fragen. Es gibt und gab aller Wahrscheinlichkeit nach nie ein Härteverfahren, dass Kupfer so hart machen konnte, dass damit Hartgesteine wie Granit bearbeitet werden konnten. Es werden und wurden in dieser Richtung auch in unserem Fach seit langer Zeit Versuche unternommen, wenn, dann hätte man das Geheimnis längst entdeckt.”

Dipl. Ing. U. Fernau aus Berlin: „Ich habe eine gründliche naturwissenschaftliche Ausbildung und könnte nie über eine Anleihe bei ‘Harry Potter’ ägyptische Handwerker zum Härten von Kupfermeißeln in die Schmiede schicken. Weil Härten nicht geht.”

Prahl fragt: Aus welchem Material bestanden die zur Grobarbeit verwendeten Meißel?
Mit welchem Werkzeug wurden die tiefen und feinen Hieroglyphen herausgearbeitet?
Wie wurden Gefäße aus Hartgesteinen ausgehöhlt, wenn durch die postulierte Kernbohrung nur ein recht geringer Prozentsatz des zu entfernenden Materials herausgearbeitet werden konnte und die angegebene Methode ineffektiv ist?
Sein Resümee: Im Grunde genommen erklären die experimentalarchäologischen Versuche Denys A. Stocks’ überhaupt nichts. Es hat sich herausgestellt, dass die in seinen Aufsätzen beschriebenen Methoden in hohem Maße ineffizient sind und somit abgelehnt werden müssen.

Weiter: Mein Vorschlag ist nicht neu und wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts auch von mehreren Ägyptologen geteilt. Ich plädiere dafür, dass auch im Ägypten des “Alten Reiches” schon Eisen verwendet wurde und zwar im größeren Maße, als bisher angenommen. 1927 forderten bereits H. Garland und C. O. Bannister: “Eisenmeißel müssen beim Pyramidenbau eingesetzt worden sein. „Eisenfunde aus ältester Zeit sind den Ägyptologen schließlich nicht fremd. So sind alleine aus der Zeit zwischen 3000 v. Chr. und 2000 v. Chr. über 10 Funde bekannt. Maspero fand in Sakkara Stücke von Eisenmeißeln aus der 5. Dynastie, Stücke einer eisernen Spitzhacke aus der 6. Dynastie in Abusir und zerbrochene Eisenwerkzeuge aus derselben Zeit in Dashur“ (Heinsohn/Illig, 1990: Wann lebten die Pharaonen? Frankfurt/Main, S. 326ff).

Howard Vyse veröffentlichte 1840 den Fund eines Eisenobjektes, das in einem Steinverarbeitungsplatz außerhalb der Cheopspyramide von J. R. Hill gefunden wurde.

Prahl: Nun billigt man den Ägyptern in dieser Zeit den Abbau und die Verhüttung von Eisen nicht zu (Anmerkung des Autoren: Kann es sich nicht auch um Importeisen aus Europa handeln? Die Etrusker lieferten erwiesenermaßen nach Ägypten). Wenn Eisen, dann kann es sich nur um Meteoriteneisen handeln, das einen höheren Nickelgehalt aufweist als das irdische Metall. Leider trifft das aber auf einige der erwähnten Funde nicht zu, z. B. hat G. A. Reisner im Taltempel des Mykerinos in Gizeh ein Stück Eisen ausgegraben, dessen Nickelgehalt zu gering war. Für die Meteoritenthese spricht zwar auch, dass die alten Ägypter Eisen als “vom Himmel gefallenes Metall” bezeichneten. Doch liegt für mich einfach auf der Hand, dass Eisen für die Ägypter allein schon wegen seiner Härte göttlichen Ursprungs war und somit vom Himmel, von den Göttern gekommen sein musste. Es muss somit gar nicht unbedingt das Eisen mit Meteoren in Verbindung gebracht werden.



Zweifelhafte Datierungsmethoden

Bleibt noch die lange als fast unangreifbar geltende C14-Datierungsmethode. Glaubte man doch mit dieser kernphysikalischen Methode, alle organische Reste mit Kohlenstoffanteil bis auf wenige Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte genau datieren zu können. Doch seit vergleichende Tests verschiedener C14-Labore stattfanden, wissen wir, dass es keine einheitliche Methode gibt. Während das eine Labor eine Eskimo-Harpune aus Walrosszahn nur 1300 Jahre alt datierte, schaffte sie es bei einem anderen auf 27.000 Jahre. Genauso krass waren die Fehldatierungen in einem der renommiertesten Institute Deutschlands, das sich vornehmlich der Datierung humaner Fossilien widmet. Der als Skandal des Protsch von Zieten bekannte Fall am Frankfurter Institut für Paläoanthropologie - Humanbiologie Institut der Anthropologie und Humangenetik für Biologen - machte deutlich, dass aus Menschenschädeln sehr leicht Neandertaler werden können, wenn sie in falsche Hände gelangen. Die Fehldatierungen beliefen sich z. T. auf mehr als 17.000 Jahre. Und das mit einer Methode, die als superseriös galt und mit den weißen Kitteln der Wissenschaft aufs allerhöchste geweiht war.

Noch abstruser scheint im ersten Moment die Luminiszenz-Methode zu sein, mit der der Flores-Mensch in britischen Labors auf lediglich 18.000 Jahre datiert wurde. Anthropologen können den Zwergmenschen im Stammbaum der Menschheit aber lediglich mit Lucy, dem Australopithecus in Zusammenhang bringen, und der wird auf ein Alter von 2 Mio. Jahren datiert. Aber vmtl. ist die Luminszenz-Methode realistischer als die C14, da sie viel kürzere Zeitspannen anzeigt. Eine zwergenartige Menschenrasse existierte also noch vor weniger als 20.000 Jahren.



Zuletzt geändert: 01.10.2009, 19:20:10