Erfolg versprechende Grabungsprojekte


Die Cairn-Forschung in Deutschland wird bis jetzt nur von Privatleuten getragen. Es wäre natürlich wunderschön, wenn die zuständige Landesarchäologie sich der Materie endlich annehmen würde. Schließlich ist nirgendwo soviel fachliche Kompetenz, was Grabungstechnik und Fundauswertung betrifft, angesiedelt.

Diese Homepage hat vor allem das Ziel, interessierte Experten bei den Landesdenkmalämtern, an den Fachhochschulen, Bereich Baugeschichte und an den Universitäten in den Fachschaften für Ur- und Frühgeschichte, bzw. Archäologie zu informieren und ihre Bereitschaft zu wecken, sich mit dem Thema „europäische Cairns und verifizierte Derivate in Deutschland“ zu beschäftigen. Schließlich wird auch bei jeder Privat-Grabung mindestens ein Experte oder eine Vertrauensperson des Landesdenkmalamts benötigt, die den möglichen Fund als solchen bestätigt. Natürlich sind auch alle Interessenten, privat oder von Heimatvereinen und anderen historischen Vereinigungen, herzlich willkommen.

Wir hier stehen vor dem Problem, dass der archäologische Befund „Cairns“ erst noch offiziell bestätigt werden muss, um den untersuchten Fundstätten Relevanz zu verleihen. In Frankreich und Großbritannien dagegen wird schon jahrzehntelang geforscht und wieder aufgebaut. Hier ist diesbezüglich noch überhaupt nichts geschehen.

Unten zu sehen der Cairn von Barnenez/Bretagne bei seiner Rekonstruktion.




Vorher

Nachher



Der Cairn von Barnenz





Der Cairn von Llanelwedd in Wales







New Grange in Irland





Cairn T von Loughcrew in Irland, County Meath

Hag´s Chair ist unten am Rand des Steingrabs zu sehen, links das Portal. Man sieht, dass die Rekonstruktion nicht perfekt sein muss. Es genügt, den größten Teil der Außenmauer und den Zugang zur Grabkammer freizulegen. Man wünscht sich ähnliches Vorgehen auch für die Cairns hier bei uns in Deutschland, von denen die meisten noch dicht unter Busch und Baum verborgen sind.






In Deutschland: Projekte ohne Förderer

Wir haben nun 11 bekannte, davon 6 gut betretbare Grabgänge, die anderen könnten mit den erforderlichen Sicherungsmaßnahmen relativ schnell betretbar gemacht werden, wenn die Besitzer und Behörden mitspielen würden.

Man darf sich allerdings keine Illusionen machen, dass in den offenen Gängen noch nennenswertes Fundgut zu erwarten sei. Beim Öffnen des Steingangs an der Sommerhälde von Kürnbach z. B. kam ein spiegelblanker Felsboden zutage, auf dem nichts als eine Bierflasche der Steinbrucharbeiter lag, die letztmals dort vor über 70 Jahren gearbeitet hatten. Es ist vorstellbar, wenn diese frei zugänglichen Kammern schon immer von Menschen besucht bzw. auch von Steinbrucharbeitern genutzt wurden, etwa als Werkzeuglager, dann wurden diese so wohnlich wie möglich gemacht und der dort befindliche Schutt mitsamt den alten Scherben irgendwann hinaus gekehrt. Vielleicht wurden schon im Mittelalter die Knochen aus diesen Kärnern entfernt, möglicherweise von den Nonnen des nahen Klosters in Kürnbach, und von diesen in heiliger Erde bestattet. Kinder können die letzten von Grabräubern verschonten Grabbeigaben mitgenommen haben, denn bekannt ist von vielen Erzählungen, dass Kinder die Kammern als Abenteuerspielplatz frequentierten.

Dagegen gibt es sicher noch eine Menge Möglichkeiten, die Cairns nach ungestörten Grabkammern zu untersuchen. Die archäologische Erforschung der süddeutschen Cairns hat mit den Freilegungen von Strebemauern und Gängen die wissenschaftlichen, insbesondere kunst- und architekturhistorischen Kriterien erfüllt. Die Landesdenkmalämter in Karlsruhe und Stuttgart verweigerten uns trotz allen vorzeigbaren Ergebnissen aber bis jetzt die Anerkennung, mit der Begründung, so lange keine datierbaren Funde vorzeigbar seien, könne der architektonische Befund nicht bestätigt werden. Es ist aber nicht die Aufgabe von Privatleuten, diese herbei zu schaffen.

Die Arbeit in einsturzgefährdeten Ganggräbern erfordert Sicherungsmaßnahmen, die Freiwillige bei noch so viel Begeisterung für die Sache nicht so ohne weiteres finanzieren können. Auch dann ist der Erfolg noch ungewiss. Kammern können schon vor unbekannt langer Zeit geplündert und jetzige Verfüllungen erst in neuer Zeit als Schutzmaßnahme für spielende Kinder eingebracht worden sein.

Die erfolglosen Grabungen in Kürnbach hinterließen freigelegte Mauerzüge und geöffnete Gänge, die nun durch Erosion langsam wieder bedeckt werden. Wünschenswert wäre aber die anschließend erfolgende Restauration. Doch solange die zuständigen Landesdenkmalämter überhaupt kein Interesse an diesen phantastischen Bauwerken zeigen, setzt sich die schleichende Zerstörung durch Erosion und Mauer sprengendes Wurzelwerk unvermindert fort.

Die Vernunft muss endlich auch in Stuttgart und Karlsruhe, aber auch in Detmold und Würzburg einkehren, damit sorgfältig geplante Maßnahmen zur Erforschung und Erhaltung dieser einzigartigen Monumente in die Wege geleitet werden können.

In ganz West- und Nordeuropa sind Cairns eine Selbstverständlichkeit. Nur wir hier tun uns schwer, diese als solche zu erkennen. Folglich ist es in diesen Ländern auch nicht nötig, Schatzgräberei zu betreiben, hier zählt das Bauwerk an sich, das gerettet werden soll, und das den Touristen aus nah und fern gerne gezeigt wird.

Auch hier im Südwesten warten die betroffenen Gemeinden auf das Ja aus Stuttgart, um sich evtl. finanziell an der Erforschung zu beteiligen, im Hinterkopf die Idee eines großen Museums, das wie in anderen Cairn-Regionen Europas den Gemeindefinanzen Einnahmen bringt. Gerade in Zeiten der Deindustrialisierung sucht man den Ausweg im Dienstleistungs- und Freizeitsektor. Tourismus könnte zukünftig eine große Rolle in den wirtschaftlich benachteiligten Regionen des Südwestens spielen.



Sternenfels: Zwerchhälde

Schon in den 90er Jahre wurde von Seiten ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesdenkmalamts die Forderung aufgestellt, eine Schneise über die volle Höhe einer Bauwerkseite zu schlagen, die Bäume zu fällen, um die Stufen dort vollständig freilegen zu können. Hier müssen die Genehmigungen zum Fällen der Bäume beim Forstamt und bei der Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine Anzahl freiwilliger Helfer ist für die Durchführung der Arbeit erforderlich, Leute, die mit Spaten und Kelle umzugehen verstehen. Es sollte den Freiwilligen erspart bleiben, für die gefällten Bäume auch noch Ersatz an das Forstamt zu leisten, da die Qualität dieser verkrüppelten Gewächse eh zu wünschen lässt.

Die Beseitigung störender Vegetation sollte grundsätzlich an jedem Cairn im Untersuchungsgebiet durchgeführt werden. Man ist nur immer wieder verbittert, welche Gewichtung einige windschiefe und verknorpelte Bäume haben, dass uns sogar das Geld für deren Fällen abgeknöpft wird, statt die uneigennützige Arbeit zu unterstützen. So wird die Forschung nur behindert statt gefördert.

Die Zwerchhälde war Objekt umfangreicher Vermessungen geomagnetischer und geoelektrischer Art, die von dem Doktoranden Philipp Heidinger und Studenten der Universität Karlsruhe am Geophysikalisches Institut im Laufe mehrerer Jahre (2004 – 2006) durchgeführt wurden. Hier ergab eine geoelektrische Messungen zwei große Hohlräum im Zentrum und an der Basis des etwa 20 – 25 m hohen Steinhügels.

Die freiwillige Arbeit, die Doktorand Philipp Heidinger und seine Kommilitonen über Jahre hinweg in ihrer kostbaren Freizeit, auch sonntags, geleistet haben, ist sicher nicht hoch genug zu bewerten.

Hier im Bild der Entdecker mit Roland Loos, damals (2004) Geologie-Student der Uni Karlsruhe bei geomagnetischen Messungen der Zwerchhälde Sternenfels.




Die geomagnetischen Messsungen wurden zwar sehr umfangreich durchgeführt, brachten aber keinen nennenswerten Erfolg. Um bei der Höhe der Zwerchhälde von 20 m überhaupt Metall zu sondieren, hätten Tonnen davon vorhanden sein müssen.

Deshalb kam nun die Geoelektrik zum Einsatz – hier im Bild die Freiwilligen beim Auslegen des Messkabels zur Ermittlung des Querprofils auf der Pyramidenböschung.




Die geoelektrischen Messungen erbrachten Hinweise auf zwei Hohlräume in der Zwerchhälde von Sternenfels. Der größte Widerstand wird durch Luft in Hohlräumen verursacht, hier im Bild violett gekennzeichnet. Der Hohlraum müsste sich also im Zentrum an tiefster Stelle des 20 m hohen Bauwerks befinden. Unten im Bild das Querprofil in Ost-West-Richtung. Die Kammer, die auf dem Computerbild aus Daten errechnet darstellt wird, könnte an die 5 m hoch und von bienenkorbartiger Form sein.




Im Längsprofil in der Nord-Südrichtung konnte ein weiterer Hohlraum im südlichen Teil (links) erkannt werden. Der im Querprofil gut erkennbare Hohlraum im Zentrum erscheint im Längsprofil dagegen nur orange, evtl. weil bei dieser Messstrecke der Hohlraum nur tangiert wurde.




Eine zweite Messung unter anderen meteorologischen Bedingungen erbrachte dagegen keine weitere Bestätigung.

Die geoelektrische Methode ist sehr gut geeignet, Hohlräume zu detektieren. Die Archäologie in Italien hat in den 50er Jahren ff. damit den Großteil der etruskischen Grabkammern entdeckt und mittels Bohrungen und Periskop von außen untersucht, bevor sie geöffnet wurden.

Bei einer Kontrollmessung an einem der bekannten Dolmen, an Cairn I von Kürnbach, stellte sich heraus, dass die sparsam angewandte Methode (lediglich zwei Messkabel) keine positionsgenaue Ortung ermöglicht. Tatsächlich wurde der Hohlraum etwa 2 m weit daneben lokalisiert. Dabei ist dieser Cairn nur etwas mehr als 2 m hoch, die Zwerchhälde dagegen 20 m und mehr. Geoelektrische Messungen sind sehr gut geeignet, wenn das Gelände eben ist. Bei aufgewölbten Grabhügeln dagegen muss das Raster der Messstrecken dichter sein.

Hinzugefügt werden muss, dass bei dieser Messung ein weiterer Hohlraum detektiert werden konnte, der sich nur wenige Meter neben dem Bekannten befindet, von außen aber nicht zu erkennen ist. Eine Grabung wäre zu riskant, da keine metergenaue Ortung möglich ist. Es würde womöglich zu viel Bausubstanz zerstört, bevor die vermutlich noch nicht geöffnete Kammer zum Vorschein käme. Allerdings scheint dieser Hohlraum zusammengestürzt oder aufgefüllt, da er sich wesentlich kleiner abzeichnete.

Daraufhin wurden Überlegungen angestellt, ob an der Zwerchhälde mittels eines Bohrlochs ein Endoskop eingeführt und der Hohlraum damit untersucht werden sollte.

Das Risiko bei dieser Vorgehensweise ist sehr hoch. Es handelt sich ja nicht wie bei etruskischen Grabkammern um massiven Fels, etwa Tuff, der durchbohrt wird, sondern um gesetztes Mauerwerk und um eine Grabkammer, die ebenfalls aus Mauerwerk und großen Felsplatten gesetzt ist. Wenn hier der Bohrer eindringt, kann die ganze Kammer zum Einsturz gebracht werden.

Armin Biller aus Philippsburg, Student der Geologie, erkundigte sich nach den Kosten einer Bohrung. So wären allein etwa 5000 Euro für eine Vertikalbohrung, und etwa 10.000 Euro für eine Horizontalbohrung fällig. Die Kosten für die Herstellung einer Zufahrtsstraße, einer Rampe und die Kosten für ein Rohr, das die Endoskopkamera aufnehmen kann, nicht eingerechnet.

Ebenfalls an der Zwerchhälde hat der Entdecker im Torbereich des Mittelbaus (2. Stufenbauwerk) eine Ecke des Murus Gallicus ausgegraben. Das freigelegte Mauerwerk bildet die Fassade und besteht aus akkurat rechteckig gehauenen Sandsteinblöcken, die völlig fugenlos vermauert der ganzen Anlage einstmals ein völlig glattes äußeres Erscheinungsbild verliehen haben müssen. Das aber steht völlig konträr zu den rustikalen Architekturen der Megalith-Epoche oder Keltenzeit, welche die Archäologen aus den Trümmern von Wallanlagen rekonstruierten. Hier könnten Grabungstechniker den ganzen Verlauf des Mauerwerks freilegen, wofür aber ebenfalls einige Bäume entfernt werden müssten.

Im Endeffekt müssen alle Bäume, die auf Cairns wachsen, beseitigt werden. Hier ist ein Konflikt mit den Interessen von Forstämtern und Naturschutzbehörden unvermeidbar. Was hat Priorität?




Oberderdingen: Sommerhälde

Das großflächige, 3-stufige Monument auf der Sommerhälde/Ölmühlenkopf bietet einige Ansatzpunkte für Grabungen. Die Grabungskampagne erstreckte sich über die Jahre 2003-2004 und brachte am Rand des Monumente in einer Ecke des umgebenden Murus Gallicus einen Altar hervor, der als Monolith mit schräger Tischfläche aus dem anstehenden Fels gehauen wurde.

Die geomagnetischen Messungen 2005 erbrachten jedoch kein Resultat. Eine geoelektrische Messung, die Hohlräume sichtbar machen könnte, wurde noch nicht durchgeführt. Diese könnte den dringend gesuchten Nachweis für Hohlräume liefern. Hier ist die Bauwerkshöhe nicht so hoch wie in Sternenfels, lediglich 3 – 4 m im Gegensatz zu 20 m. Der Ansatzpunkt zur Freilegung eines noch verborgenen Portals ist gegeben.

Im Bild unten links Walter Haug, in der Mitte Philipp Heidinger, rechts Kai Zurek.






Gegenüber dem Altar könnte sich hinter Mauern ein Portal zu einem Gang befinden. Wie die Struktur der abgeschrägten Felswand in diesem Bereich erkennen lässt, könnte sich hier eine Treppe im Felsboden fortsetzen, die, ähnlich wie bei etruskischen Tumuli, zur Grabkammer führt.

Die Schlussfolgerung ergibt sich aus dem Beispiel ägyptischer Pyramiden, wo es auch dieses Nebeneinander von Altar (bzw. einem kleinen Tempel, wo den Verstorbenen geopfert wurde) und dem Portal zur Grabkammer gibt.

Das schräge Ende der Felswand (links oben im Bild) könnte auch das Ende des Felsbodens bedeuten und würde damit evtl. den Treppenabstieg zu einer Felskammer markieren. Tonnen von Steinen sind noch im Weg.




Kürnbach: Sommerhälde

Der Felsgang neben dem ~250 m langen Cairn der Sommerhälde wurde bis zu einem Bereich freigelegt, den der Greifarm des Baggers noch erreichen konnte. Am Ende des freigelegten Gangverlaufs jedoch senkt sich der Felsboden jenseits einer deutlichen Kante in unbekannte Tiefe, wobei der Gang sich auch noch in die Felswand fortzusetzen scheint.

Aus Erzählungen der Gemeinde ist bekannt, dass hier ein tief reichender Stollen vorhanden gewesen sein soll, in dem nach Edelmetallen gesucht wurde. Ob der Stollen zu diesem Zweck gegraben wurde oder schon vorhanden war, weiß man nicht. Wünschelrutengänger haben im Bereich hinter der Steinbruchwand Hohlräume gemutet. Der vermutete Stollen ist heute jedoch völlig mit Lehm und Geröll verfüllt und müsste mit entsprechend langer Baggerschaufel oder per Hand freigelegt werden.



Kürnbach: Rohrhälde

Die Rohrhälde ist ein in den Fels gebettetes Langgrab auf dem benachbarten Berg. Die Konzeption dieser Anlage ist überaus faszinierend und lässt an einen aufwändig gestalteten Felstempel denken, der zu durchschreiten war, wenn man zum Langgrab gelangen wollte. Man betritt das Areal durch einen Hohlweg, der zumindest zu rechter Hand aus einem weiteren Langcairn besteht. Diese Achse führt heute direkt auf ein Felstor zu, hinter dem die Kuppe des quer liegenden Hauptcairns betreten wird. Ein Mauerrest im Boden vor diesem Felstor ist möglicherweise der Hinweis, dass der lange Weg zum Cairn auch in der letzten Hälfte ursprünglich tiefer lag und insgesamt als Hohlweg zur jetzt unter dem Boden liegenden Seitenwand des Cairns genau im Felstor führte, wo das Portal ins Innere sich ursprünglich ebenerdig zum Hohlweg geöffnet haben muss. Diese heute völlig verschüttete und eingeebnete Stelle ist die einzig logische, wo der Zugang zu den vermuteten Grabkammern gesucht werden könnte. Es müsste also der ganze hintere Verlauf des vermutlich verschütteten Hohlwegs freigelegt werden, um zu den Grabgängen zu gelangen.



Freudenstein: Burgstall

Hohe Erfolgsaussichten!

Wie an betreffender Stelle schon ausgeführt ist die Südseite des Hauptcairns durch einen mehr als 5 Meter hohen gemauerten Wall von der Außenwelt abgeschnitten. Das kann kein Zufall sein. Die Erbauer wollten offenbar Portale am Cairn vor unerwünschten Besuchern schützen. Dafür spricht schon das Vorhandensein einer dolmenartigen Architektur im Bereich zwischen Cairn und Felswand als beweiskräftigste Evidenz. Der Wall ist unversehrt, vermutlich konnte deshalb auch noch keiner die Eingänge öffnen. Es ist äußerst schwierig in den schmalen schluchtartigen Raum zwischen Cairn und Felswand zu gelangen, da Jeder über die steile Böschung hinab und wieder hinauf steigen muss. Grabräuber haben sich allerdings von solchen Widrigkeiten oft nicht zurückschrecken lassen. Allerdings hatten sie bei ihrem Eindringen keine Chance, die Portale zu öffnen, da sie in keiner Weise erkennbar sind. Der ganze Bereich der Schlucht ist im Vergleich zum Gelände vor der Wallmauer um etwa 1,5 bis 2 m hoch aufgefüllt. Nach Abtragen des Füllmaterials müssten also die Portale, oder Hinweise auf sie, zum Vorschein kommen.

Ein sachgerechtes Arbeiten erfordert zuerst das Abtragen der aus Megalithen bestehenden Schutzmauer. Danach kann mit geoelektrischen Messungen gezielt nach Hohlräumen gesucht werden. Es bieten sich aber auch immer wieder optische Anhaltspunkte, die schnell zur Öffnung von Portalen führen können.



Eibensbach: Weißer Steinbruch

Hier im Weißen Steinbruch auf dem Stromberg findet man nur noch den Rest eines ursprünglich vorhandenen langen Grabganges mit einer kleinen annähernd quadratischen Kammer, die eine große Nische in der Rückwand enthält. Der weitaus größte vordere Teil des Ganges wurde systematisch zerstört, indem man ihn freilegte, Offenbar in der Absicht, die sehr schön akkurat rechteckig gehauenen Decksteine zu plündern, wurde der ganze Cairn auseinander gerissen. Archäologie kann hier den ursprünglichen Verlauf des Ganges rekonstruieren, in dem sie das alte Bodenniveau im Gangverlauf freilegt. Diese Arbeit könnte auch ein interessierter Altertums- oder Heimatverein angehen.



Knittlingen: Brand- oder Reichshälde

Auch die Brandhälde besitzt einen derartigen Prozessionsweg, der genau an die Böschung des hoch aufragenden Cairns führt und dort an der Frontseite des Bauwerks abrupt endet. Auch dieser Weg ist ein Hohlweg, allerdings derart monumental gestaltet, dass er schon durch seine schiere Größe eine zentrale Rolle im Glauben und Kult unserer Vorfahren gespielt haben muss. Denn dieser Hohlweg ist auf außergewöhnliche Weise künstlich angelegt und verläuft in einem hohen und breiten aufgeschütteten Wall, der zunächst flach am Waldrand, am Ende der weiten Knittlinger Ebene beginnt und insgesamt über mehrere hundert Meter verläuft, wobei er auf einer Breite von ebenfalls mehr als hundert Metern von weiteren Wällen und Hohlwegen flankiert wird. Der zentrale Wall allerdings ist der höchste. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie hier einst die Würdenträger auf ganzer Breite zur Grabpyramide schritten und dem oder den Verstorbenen huldigten.

Es besteht, wie beim Cairn von Sulzfeld, eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein gesuchtes, evtl. noch zugemauertes Portal sich am Ende des Haupthohlwegs befindet.



Maulbronn-Schmie: Sommerhälde/Steingrube

Die Sommerhälde/Steingrub ist als Steingrab eine imposante Nekropole. Wer erst einmal begriffen hat, welch ingeniöse Leistung der Bau der gigantischen Formationen auf den künstlichen Stufen des Berghangs oberhalb des Schmie-Tals darstellt, ist fasziniert von den großen Cairns, die eine ungewöhnlich große Zahl von erkennbaren Portalen aufweisen. Die jedoch sind z. Zt. allesamt mit Geröll verstopft und meist bis nah an die Decke unter dem heutigen Bodenniveau liegend. Noch in den 70er Jahren des 20. Jhs. waren diese z. T. offen und für Kinder begehbar.

Es gibt 5 Portale, die geöffnet werden könnten, wenn Besitzer, Forstbehörde und die Jäger mitspielen.



Sulzfeld: Jägerspitz/Kruschhälden

Die Kruschhälde im Steinbruch Jägerspitz ist das wohl gewaltigste Einzel-Monument neben dem Paradies-Cairn bei Heilbronn und dem Bärenstein bei Horn-Bad-Meinberg. Gleich zwei interessante Ansatzpunkte bietet die hoch über dem Waldtal aufragende Frontseite des dreieckigen Bauwerks. Hinter Wällen, die den Blick zum Tal verbergen, erstreckt sich ein langer ebener Streifen vor dem Cairn. Hier führen zwei Abstiege, jeweils nicht weit von den beiden Ecken entfernt, nach unten und enden direkt auf der Frontseite des Cairns. Es müssen ursprünglich steile Treppen oder Rampen gewesen sein, die heute unter Schutt und Geröll nicht mehr auszumachen sind. Hier am Ende der verschütteten Treppen darf man die Portale vermuten.



Sulzfeld: Buchenbühel/Kruschälden

Das Langgrab im Steinbruch Buchenbühel ist wie die Rohrhälde in den Fels des Hanges hoch über dem Tal eingebettet. Ein möglicher Zugang ins Bauwerk könnte sich gleich vorne an seiner Schmalseite befunden haben. Der tiefe Hohlweg, an dessen Ende sich der Zugang befunden haben muss, wurde durch Aufschüttungen zur Zufahrt des links angrenzenden Steinbruchs umgestaltet. Daher dürfte das Portal heute verschüttet und eingeebnet sein.



Würzburg-Randersacker: Marsberg-Nekropole

Die Marsberg-Nekropole bietet drei gut begehbare Gänge, die aber, da ständig begehbar, auf den ersten Blick nichts an Funden hergeben. Allerdings ist in allen drei das ursprüngliche Bodenniveau noch nicht ausgegraben worden.

Am erfolgversprechendsten ist der Geise Gang I, da an seinem Ende die Decke sich stufenweise senkt und im Boden zwei gut erkennbare Stufen Hinweis auf eine verschüttete Treppe liefern, die parallel in die Tiefe führt. Hier könnte am Ende des Ganges eine völlig ungestörte Grabkammer entdeckt werden.

Die Uni Würzburg, die Eigentümer des Grundstücks ist, hat dies durch Berichterstattung über unsere Forschungen erfahren und das Gelände weiträumig mit Elektrozaun gesichert.

Im ganzen Areal des 1,3 km langen „Steinbruchs“ sind allerdings noch so viele Portale in den Seitenwänden der bis zu 250 m langen Cairns zu erwarten, dass eine endlich beginnende Forschung für Generationen mit Arbeit versorgt wäre. Der Vergleich mit der atemberaubenden Cerveteri-Nekropole im etruskischen Italien ist mehr als angebracht. Dort liefen die Grabungskampagnen über mehrere Jahrhunderte und brachten über tausend Bestattungen zutage.



Horn/Bad-Meinberg: Bärenstein

Hohe Erfolgsaussichten!

Das Bärenstein-Monument neben den Externsteinen ist wohl das beeindruckendste dieser Art überhaupt. Leider ist es völlig von Wald bewachsen, so dass kein umfassender Eindruck von dieser fünfstufigen Pyramide gewonnen werden kann. Zahlreiche Einbrüche und Senkungen auf der Kuppe des Bauwerks lassen die Schlussfolgerung zu, dass wohl die meisten, wenn nicht alle Hohlräume bzw. Grabkammern und -gänge eingebrochen sind.

Wann dieser flächenhafte Einsturz der Grabkammern geschah, lässt sich nur vermuten. Wenn aber derselbe Zeithorizont angenommen werden kann, in dem die Megalithbauwerke der Norddeutschen Tiefebene von einer katastrophalen Flut überschwemmt und die Steinkreise der Bretagne und Normandie im Meer versenkt wurden, könnten die verschütteten Hohlräume noch die originalen Bestattungen mit Beigaben enthalten. In dem Fall wäre ein Riesenschatz an Informationen aus unserer ältesten Zivilisationsgeschichte zu erwarten.

Völlig kontraproduktiv wäre hier die grobe Arbeit mit dem Bagger, was auch schon erwogen wurde. Es müssten neue Grabungstechniken entwickelt werden. Am aussichtsreichsten wäre, an den Einbruchstellen, die meist den genauen Verlauf der unterirdischen Gänge und Kammern andeuten, von oben das Material abzutragen, wobei die noch stehenden Wände der ursprünglichen Gänge und Kammern auf sensible Art aufgespürt und freigelegt werden müssen. An einer Einbruchstelle kann man sogar erkennen, dass die Decke der kreisförmigen Kammer einst in der Mitte von einer Säule getragen wurde.



Heilbronn: Paradies-Cairn beim Jägerhaus

Hohe Erfolgsaussichten!

Die rundum gut erhaltene Umfassungsmauer aus trocken gesetzten Sandsteinblöcken, die sicher längste Cairnmauer Europas, weist nur an der zur Straße gelegenen Frontseite des Monuments einen hohlwegartigen Einschnitt in die Bauwerksstufen auf, der abrupt an einer hoch aufragender Böschung endet. Er wird von mächtigen Wallstrukturen flankiert. Alles deutet daraufhin, dass es sich dabei um das monumentale Hauptportal am Cairn handelt.

Keine Anzeichen sind erkennbar, dass hier jemals gegraben wurde, denn der Einschnitt wirkt derart hoch mit Geröll und vmtl. Lehm verschüttet, dass auf einen ungestörten Eingang geschlossen werden kann: Der Boden der Vertiefung steigt an, obwohl in vergleichbaren Fällen Eingänge sich unter Bodenniveau befinden. Neueste Untersuchungen an den Zugängen zu den unterirdischen Grüften im Tal der Könige bei Luxor ergaben ebenfalls, dass eine gigantische Überflutung die Felseinschnitte mit Schlamm und Geröll zugespült hatte, so dass sie für niemanden mehr erkennbar waren.

Die Chance, hier auf eine ungestörte Königskammer zu stoßen, ist immens. Da es sich um das bis dato größte und besterhaltenste Cairn-Monument der Welt handelt, kann auf unvorstellbare Grabbeigaben spekuliert werden.






Die Paradies-Pyramide mit ihrem merkwürdigen Umriss, hier auf einer Karte, die topografische Details wiedergibt. Die Darstellung ist sehr vereinfachend. Man erkennt jedoch gut, dass im Norden die höchste Stufe zu finden ist., auch die Stufen im Süden sind angedeutet Gut erkennbar die merkwürdige Einbuchtung als zentrales Element der Pyramide. Der Portaleinschnitt ist nicht eingezeichnet, befindet sich aber im Südwesten, etwa dort, wo der Beginn des Wanderwegs eingezeichnet ist.



Zuletzt geändert: 01.10.2009, 19:22:27